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VW startet automatisierten Personentransport ab 2025 in Hamburg

Bis autonome Autos auf unseren Straßen fahren ist es noch ein weiter Weg. Aber ein selbstfahrender Transportservice, der in der Stadt Personen ebenso wie Güter von A nach B bringt, scheint nicht mehr allzu fern. Schon in vier Jahren will Volkswagen mit sogenannten Robo-Shuttles auf Basis des ID Buzz Einsätze mit Fahr- und Zustelldiensten ermöglichen. Die ersten Prototypen werden in diesem Sommer im Münchner Umland getestet. In den kommerziellen Betrieb gehen sollen die autonom fahrenden Elektro-Vans dann ab 2025 mit der Konzerntochter Moia in Hamburg.

Leichte Nutzfahrzeuge sind für Volkswagen der erste, logische Einsatzort für den autonomen Transport von Menschen und Gütern. Entsprechend wurde die Entwicklungsverantwortung im Konzern auch der Nutzfahrzeugabteilung in Hannover zugeschlagen. Für die Integration der Level-4-Technologie in den vollelektrischen ID Buzz AD hat VW sich tatkräftige Hilfe aus den USA geholt und sich mit einer Milliarde Dollar an Argo AI beteiligt. Das erst 2016 gegründete Tech-Unternehmen, das auch von Ford mit derselben Summe gesponsort wird, entwickelt gerade das nach eigenen Worten „sicherste, intelligenteste und am besten skalierbare selbstfahrende System“.

Dafür testet Argo AI seit 2018 in sechs US-Städten, sammelt Daten, erstellt hochverdichtete 3D-Karten und simuliert Szenarien am Computer. „Wir betrachten unser Testprogramm als das größte für innerstädtisches Fahren“, sagt Argo AI-Chef Bryan Salesky, der zuvor bei Googles Selbstfahrer-Projekt die Hardware-Entwicklung leitete. Im Sommer dieses Jahres kommt München als erste europäische Stadt hinzu. In der Nähe des dortigen Flughafens hat Argo gerade ein neun Hektar großes Test-Areal für die Besonderheiten des europäischen Verkehrs eingerichtet.

Argos Testfahrzeuge, darunter auch ein VW T6, sind mit einer Kombination aus Kameras, Radar und sogenannten Lidar-Systemen (Light detection and ranging) ausgerüstet, die mit Lichtwellen arbeiten. Vor allem auf einen selbst entwickelten Lidar, der nicht nur Objekte aus einer Distanz von bis zu 400 Metern erfassen kann, sondern diese auch in fotorealistischer Auflösung abbildet, ist das US-Unternehmen besonders stolz. Sein patentierter Scan-Modus soll selbst kleinste Lichtpartikel (von der Größe eines Photons) erkennen, so dass auch sehr schwach reflektierende Objekte detektiert und sehr genaue Darstellungen der Umgebung möglich werden. Damit können die autonomen Fahrzeuge dann auch in stark befahrene Fahrbahnen einfädeln, in engen Gassen mit Gegenverkehr manövrieren oder beim Abbiegen auf Radfahrer und Fußgänger Rücksicht nehmen. Und das Tag und Nacht, sieben Tage die Woche, bei Wind und Wetter.

Für den kommerziellen Einsatz der künftigen Selbstfahrer-Technologie hat VW auch schon sehr konkrete Pläne. So sollen die ersten autonom fahrenden ID Buzz AD ab 2025 als Moia-Shuttles in Hamburg zu sehen sein. Bereits seit April 2019 bietet die Konzerntochter in der Hansestadt ein Sammeltaxi-System mit einer speziell dafür entwickelten, vollelektrischen Fahrzeugflotte an, die inzwischen auf 500 Exemplare angewachsen ist, und sich in kurzer Zeit mit über drei Millionen Beförderungen zum größten rein elektrischen Ridepooling-Service in ganz Europa entwickelt hat – bis Corona das Geschäft zum Erliegen brachte.

Dennoch besitzt das Unternehmen schon jetzt reichlich Erfahrungen, weil es die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt, von der Software-Bündelung inklusive App, Einsatzsteuerung und Pooling-Algorithmus bis zum operativen Flottenbetrieb inklusive Fahrermanagement und Ladeinfrastruktur. „Diese Expertise bringen wir in die Kooperation mit VW Nutzfahrzeuge und Argo AI ein“, sagt Moia-Geschäftsführer Robert Henrich und verkündet: „Hamburg wird als erste Stadt einen autonomen Ridepooling-Service mit dem ID Buzz haben.“ Einen Vorgeschmack darauf soll es schon im Oktober diesen Jahres geben, wenn in Hamburg der 28. ITS-Weltkongress (Intelligent Transport Systems) stattfindet, den VW als strategischer Partner unterstützt. (ampnet/fw)

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Skizze des ID Buzz AD.

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Foto: Auto-Medienportal.Net/VW

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So "sieht" der Argo-Lidar.

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Moia-Innenraum.

Moia-Innenraum.

Foto: Auto-Medienportal.Net/VW

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