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Im Rückspiegel: Ein MR2 hätte zur Gruppe-S-Legende werden können

Ein designierter Gipfelstürmer bekam nie eine Chance, Sportgeschichte zu schreiben, wurde doch die WM-Serie für den 1985 von der Kölner Toyota Motorsport GmbH (TMG) entwickelten Mittelmotorsportwagen Toyota MR2 (222D) von der FIA unerwartet abgesagt. Zu wild waren Rennwagen wie das "Schwarze Biest". Eine weitere Risikoklasse, wie die Gruppe B, wollte man sich seitens der Motorsportvereinigung nicht leisten.

Die Motorsportspezialisten von TMG konzipierten ein Jahr nach dem Marktstart des Klappscheinwerfer-Coupés MR2 die Rennsportversion MR2 (222D) für das WRC-Championat. Die Königsklasse des Rallyesports erlebte Mitte der 1980er Jahre mit der berühmt-berüchtigten Gruppe B ihre vielleicht furioseste Ära.

Mit ausbalanciertem Gewicht, brachialer Motorleistung durch ein neu entwickeltes 2,1-Liter-Turbotriebwerk mit Trockensumpfschmierung sowie Allradantrieb besaß der ab Februar 1985 entwickelte Toyota MR2 (222D) beste Chancen für Spitzenplatzierungen in der neu installierten Gruppe S in der Rallye-WM. Die Gruppe S sollte die Gruppe B ablösen und auf die bis dahin geltende kostenintensive Mindestauflage von 200 Fahrzeugen verzichten, so dass eine Straßenversion des reinrassigen Sportmodells Toyota MR2 (222D) nicht eingeplant wurde.

Nach tödlichen Unfällen in der Rallye-Weltmeisterschaft wurden sowohl Gruppe B als auch die künftige Gruppe S verboten. Der bis dahin nur bei Testfahrten in Europa und Japan erprobte, schwarz lackierte Toyota MR2 Prototyp mit Allradantrieb präsentierte seine Technik nun nur noch anlässlich einiger Motorshows, ehe er in den Museumshallen der Kölner TMG verschwand.

Die technischen Details des temperamentvollsten MR2 wurden wie allgemein üblich bei Motorsportmodellen lange Zeit nicht preisgegeben, so dass der Toyota 222D zum mysteriösen Kultmodell avancierte: Ein Racer, den Fans und Medien respektvoll als „Schwarzes Monster“ oder „Black Beast“ bezeichneten – ungeachtet der Tatsache, dass der Rallye-Bolide nicht nur in tiefschwarzer, sondern auch in weißer Lackierung gebaut wurde.

Heute gibt es noch zwei 222D. Ein Japan-weißes Coupé, das schon im Toyota-Mega-Web-Showroom in Tokio ausgestellt wurde. Dagegen präsentiert sich das schwarze Biest von TMG in Köln zu besonderen Anlässen wie MR2-Thementagen in der benachbarten Fahrzeugsammlung der Toyota-Collection einem breiten Publikum.

Tatsächlich ist die Bezeichnung Biest für den 222D nicht ganz unberechtigt, denn mit dem 3,95 Meter kurzen Serien-MR2 hatte der Motorsport-Prototyp zumindest im Heckbereich kaum noch etwas gemeinsam. So nutzte der 750 Kilogramm leichte Rallye-Renner einen stabilen und gewichtssenkenden Gitterrohrrahmen. Statt des hinteren Gepäckabteils sowie des konventionellen Motorraums setzte der mindestens 600 PS starke Pistenpflug auf ein komplett aufklappbares Fahrzeugheck.

Darunter verbarg sich das für Wartungsarbeiten leicht zugängliche Turbo-Triebwerk, das sein maximales Drehmoment von bulligen 640 Newtonmetern per Schalterbetätigung auf alle vier oder nur auf die hinteren Räder abgab. Den Ladedruck des Turbos konnte der Fahrer sogar stufenlos zwischen 1,3 und 1,5 bar verstellen - per Handrad im Cockpit. Vom hitzigen Temperament des Typs 222D kündet übrigens auch das spektakuläre Leistungsgewicht von nur 1,25 Kilogramm pro Pferdestärke.

Toyota Gazoo Racing greift ein ähnliches Allradkonzept beim GR Yaris wieder auf. Er wird als Straßenversion das neue Homologationsmodell für die Rallye-Weltmeisterschaft und trumpft mit dem leistungsstärksten Turbo-Dreizylinder-Serienmotor der Welt auf. Über die 4WD-Modisteuerung lässt sich das Drehmoment, das auf die Vorder- und Hinterachse verteilt wird, unmittelbar variieren. (ampnet/deg)

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Toyota MR2 WRC (222D).

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Foto: Auto-Medienportal.Net/Toyota

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