Logo Auto-Medienportal.Net

Fahrrad-Typenkunde (8): Keine Last mit der Last

Im Ringen um umweltfreundliche Verkehrsmittel hat sich auch eine besondere Fahrradgattung wieder stärker nach vorn geschoben: das Lastenrad. Handwerker und Gewerbetreibende schätzen die Nutzlast von bis zu 200 Kilogramm, und Familien nutzen den Lastesel nicht nur gerne für den Einkauf, sondern transportieren damit auch ihre Kinder. Die Vielfalt der Bauformen ist mittlerweile fast unüberschaubar, neben vielen zweirädrigen Konzepten sind auch Dreiräder weit verbreitet.

Allen Lastenrädern gemein sind jedoch extrem stabile Rahmen, ausladende Gepäckträger und teils sehr lange Radstände. Gerade für Fahrer von Lastenrädern ist der immer häufiger anzutreffende Elektromotor eine willkommene Unterstützung. Vor allem beim Anfahren hilft er sehr beim Handling des beladenen Rads – und sein Mehrgewicht spielt beim ohnehin schwereren Cargo-Bike eine kleine Rolle.

Mit dem „Load“ (799 Euro) übersetzt Winora aus Schweinfurt die allgegenwärtigen Posträder für die private Nutzung. Das Rad mit robustem Stahlrahmen wiegt 26 Kilogramm, das zulässige Gesamtgewicht beträgt 140 Kilogramm. Dafür stehen an Front und Heck rahmenintegrierte Gepäckträger zur Verfügung. Zur Tragkraft des Rads tragen robuste 26-Zoll-Räder und ein mittiger Zweibeinständer bei, verzögert wird mit hydraulischen Felgenbremsen.

Renaissance eines Klassikers

Mit schwerpunktgünstig tiefer Ladefläche zwischen Lenker und Vorderrad und daraus resultierendem langem Radstand punkten so genannte „Long-John-Räder“ schon seit Generationen. Ein moderner Vertreter des Konzepts ist das „Packster“ von Riese & Müller (in den Ladeflächenlängen 40, 60 und 80 Zentimeter, ab 3999 Euro). Der Mittelmotor von Bosch und die Federgabel erleichtern den Transport zusätzlich. Der Hersteller bietet das Rad mit umfangreichem Zubehör für die unterschiedlichen Nutzungsbedürfnisse an. Darunter finden sich Seitenwände und eine Persenning, ein Doppelkindersitz sowie ein Montagerahmen für Maxi-Cosi-Babyschalen. Sogar ein Doppel-Akku ist verfügbar, der die Reichweiten des E-Antriebs auch für professionelle Lieferdienste interessant macht.

Vom Fahrverhalten dem normalen Drahtesel am ähnlichsten sind die so genannten „Longtails“, Lastenräder mit überdimensionalem Gepäckträger. Während hier das Vorderteil wie jedes Fahrrad aussieht, ist der Hinterbau verlängert und das Hinterrad um eine halbe oder ganze Radlänge nach hinten versetzt. Der große Träger nimmt mühelos vier herkömmliche Packtaschen oder übergroße Sonderanfertigungen auf. Auch die Montage zweiter Kindersitze ist möglich. Ein Beispiel dieser Gattung ist das „Big Dummy“ vom US-Hersteller Surly (Komplettrad 2499 Euro, Rahmenset 1199 Euro).

Andere weit verbreitete Lastenradtypen sind etwa das historische zweirädrige Bäckerrad mit einem großen Korb über einem kleinen Vorderrad. Unter den Dreirädern kennt man vor allem die Variante mit lenkbarer Kiste zwischen zwei Vorderrädern, die z. B. mit zwei Sitzbänken Platz für bis zu sechs Kinder bietet. Vorne eins und hinten drei Räder haben wiederum Rikschas, die in anderen Breiten zum Personentransport weit verbreitet sind; hier sieht man solche Räder auch als „Laster“ mit Europaletten-großen Ladeflächen hinter dem Fahrer. (ampnet/jri)

Mehr zum Thema: ,

Bilder zum Artikel
Lastenrad.

Lastenrad.

Foto: Auto-Medienportal.Net/Pressedienst Fahrrad

Download:


Lastenrad.

Lastenrad.

Foto: Auto-Medienportal.Net/Pressedienst Fahrrad

Download:


Lastenrad.

Lastenrad.

Foto: Auto-Medienportal.Net/Pressedienst Fahrrad

Download:


Lastenrad.

Lastenrad.

Foto: Auto-Medienportal.Net/Pressedienst Fahrrad

Download:


Winora Load.

Winora Load.

Foto: Auto-Medienportal.Net/Pressedienst Fahrrad

Download:


Surly Big Dummy.

Surly Big Dummy.

Foto: Auto-Medienportal.Net/Pressedienst Fahrrad

Download:


Riese & Müller Packster.

Riese & Müller Packster.

Foto: Auto-Medienportal.Net/Pressedienst Fahrrad

Download: