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Exklusiv: Keine Ikone mehr: MG kehrt als Elektromarke zurück nach Europa

Aufregend geht anders, und daran ändert das auch das achteckige Markenzeichen mit den beiden Buchstaben „M“ und „G“ nichts. Der neue MG ZS EV reiht sich unauffällig in die Reihe der kompakten SUV ein, die aktuell auf den europäischen Straßen rollen und ein stark wachsendes Marktsegment bilden. MG? Da war doch mal was.

Ältere Menschen werden sich an harte und ehrliche Roadster erinnern, an Coupés mit V8-Motoren – kurz an eine britische Sportwagen-Manufaktur, die unverwundbar schien, bis staatliche Misswirtschaft gepaart mit gewerkschaftlicher Unvernunft den Mutterkonzern British Leyland in die Knie zwangen. Im Jahr 2005 kamen schließlich die Chinesen und übernahmen nach der Pleite von MG Rover die Reste der einst stolzen britischen Automobilindustrie.

Jetzt kehrt MG also wieder zurück auf den europäischen Markt, doch von den einstigen Werten der Marke ist nichts mehr übriggeblieben. Statt auf sportlichen Eigenschaften liegt der Schwerpunkt jetzt auf Nachhaltigkeit, und im konkreten Fall des MG ZS EV ist dies ein batterieelektrischer Antrieb, mit dem das SUV demnächst auch auf den deutschen Markt rollen wird. MG gehört inzwischen zum chinesischen SAIC-Konzern, der unter anderem auch eine Gemeinschaftsproduktion mit Volkswagen unterhält. In einer brandneuen Fabrik im ostchinesischen Ningde begann jetzt die Produktion der für den Export bestimmten Elektro-SUVs. In die Fertigungsanlagen mit einer jährlichen Kapazität von maximal 240 000 Fahrzeugen investierte SAIC umgerechnet knapp 640 Millionen Euro.

Das erste dort produzierte Modell war eine Plug-in-Version des MG HS, einem kompakten Crossover, der auch auf dem europäischen Kontinent angeboten werden soll. Allerdings macht SAIC bisher noch keine Angaben über die ins Visier genommenen Märkte. Neben dem HS und EZS produziert MG in China auch eine Plug-in-Variante der Limousine MG 6. Neben China gehören auch Thailand und Indien zu den MG-Produktionsstandorten.

Die Rückkehr der Marke nach Europa feierten die chinesischen Marketing-Verantwortlichen mit dem optimistischen Motto: „An icon reborn“ („eine wiedergeborene Ikone“). Nun, der biedere ZS EV hat auch den zweiten Blick wenig Ikonisches. Seit dem ersten Oktober können Kunden in den beiden führenden europäischen Elektromärkten, Niederlande und Norwegen, den Elektro-MG bestellen. In der ersten Hälfte des kommenden Jahres kommen Schweden, Dänemark, Frankreich, Deutschland und Belgien hinzu.

Doch was nutzt der nostalgische Blick in die Vergangenheit, die sich ohnehin nicht wiederherstellen lässt? Inzwischen geht es um Werte wie Wirtschaftlichkeit, Reichweite und Ladegeschwindigkeit – und da kann der MG durchaus punkten. In den Niederlanden verlangen die Chinesen 29 900 Euro für den ZS EV, und dafür erhält der Kunde ein vollwertiges SUV mit fünf Sitzen (zwei mit Isofix-Sicherung), die sich in einer 4,32 Meter langen Karosserie verteilen. Der Radstand von 2,58 Metern verspricht angenehme Platzverhältnisse. Angetrieben wird das Elektro-SUV von einem 143 PS (105 kW) starken Elektromotor. Zwischen null und 100 km/h vergehen 8,5 Sekunden, und bei 140 km/h (da schalteten MG-Piloten früher gerademal in den fünften Gang) ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Das Drehmoment liegt bei 353 Newtonmetern. Als Reichweite gibt MG 263 Kilometer (nach WLTP) an, und die 44,5 kWh starke Batterie ist nach 7,5 Stunden (Wechselstrom) vollständig aufgeladen. Bei Gleichstrom vergehen zwischen null und 80 Prozent 40 Minuten.

In Großbritannien kommt der ZS EV mit einer Sieben-Jahre-Garantie (inkl. Batterie) auf den Markt. Als erster MG überhaupt startet das Elektro-SUV mit einem vollständigen Assistenten-Paket auf den Markt. Dazu gehören unter anderem ein Notbrems- und Spurhalteassistent, sowie ein adaptiver Tempomat und ein Stauassistent, der bei einer Geschwindigkeit von weniger als 56 km/h dem vorausfahrenden Fahrzeug selbstständig folgt.

Das MG-Comeback auf dem Kontinent ist für Nostalgiker gewiss kein Anlass zum Feiern. Allerdings werden preisbewusste Zeitgenossen, die ohne Vorbehalte ein preiswertes Elektrofahrzeug suchen, den MG mit Sicherheit ins Kalkül ziehen, wenn erst einmal feststeht, wie und wo man das SUV in Deutschland bestellen kann. Vergleichbare andere Elektroautos kosten immerhin rund 5000 Euro mehr – und das zählt wahrscheinlich mehr als Markengeschichte. (ampnet/ww)

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MG ZS EV.

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