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Vanjoy Campervan: Design oder nicht sein

Mobiles Büro, Transporter oder Campervan, das alles ist der Vanjoy. Das minimalistische Reisemobil ist noch eine Konzeptstudie, allerdings eine bereits rollende und voll funktionsfähige. Erdacht hat das Mobil der Möbeldesigner Michael Hilgers aus Berlin. Er ist optimistisch, dass er das Fahrzeug für weniger als 40 000 Euro anbieten könnte. Dazu dürfte auch der Fiat Ducato beitragen, den der Berliner Designer als Basisfahrzeug wählte. Nicht nur der attraktive Kaufpreis macht den italienischen Transporter interessant, auch seine vergleichsweise große Innenbreite.

Eigentlich entwickelt Hilgers für namhafte Hersteller erfolgreiche Wohn- und Büromöbel, Küchen, Balkonprodukte und raumsparendes Mobiliar. Somit ist er schon von Berufs wegen mit knapp bemessenen Räumen gut vertraut. Und auch damit, pfiffige, innovative und platzsparende Lösungen zu entwickeln. Die sind bei Reisemobilen immer gefragt. Minimalistisches und durchdachtes Design, maximale Nutzung des zur Verfügung stehenden Raums, das sollte doch auch in einem Campervan machbar sein. Möglichst zu einem halbwegs günstigen Preis.

Den fertigen Campervan nutzt der Berliner nicht nur für anfallende Transportaufgaben, sondern auch als rollendes Büro während Messen oder Geschäftsreisen sowie als Freizeitmobil. Damit auch Lasten und sperrige Güter transportiert werden können, lässt sich die komplette Einrichtung in wenigen Minuten demontieren.

Die Trennwand des Laderaums zum Fahrerhaus hat Hilgers ganz bewusst an ihrem Platz belassen. Er schätzt die klare Trennung von Wohnbereich und Fahrerhaus und dass sich auf diese Weise im Heck auf Reisen und zum Arbeiten ein ganz eigener Bereich eröffnet.

Um im Alltag auch in einer Großstadt wie Berlin mobil zu bleiben, fiel seine Wahl auf den Fiat Ducato mit kurzem Radstand. „Ich wollte auch auf einem normalen Parkplatz stehen können“, sagt der Designer. „Außerdem hatte ich die Idee von einem simplen Camper, ohne jeden überflüssigen Luxus oder Schnickschnack“.

Die rund viereinhalb Quadratmeter im italienischen Transporter wollen gut genutzt sein. So hat Hilgers den Wohnraum im Heck in zwei Funktionsbereiche getrennt: Einen für die Körperpflege und zum Kochen, und einen weiteren zum schlafen, relaxen, essen und arbeiten. Sitzmodule können aus dem deckenhohen Schrankbereich auf der Fahrerseite herunter geklappt werden, so ergibt sich etwa eine L-förmige Sitzgruppe. Um den Schlafbereich für die Nacht zu komplettieren, klappt eine Liegefläche für zwei Personen ab. Ansonsten kann dieser Bereich, der über einen variabel an verschiedenen Positionen im Fahrzeug einsetzbaren Tisch verfügt, auch als mobiles Büro genutzt werden.

Verbaut hat Hilgers europäisches Birke-Schichtholz. In der Küche gibt es einen transportablen Gaskocher, eine kleine, versteckt eingebaute Kompressor-Kühlbox und reichlich Stauraum, etwa in den zum Heck hin ausziehbaren Schubladen. Zudem hat Hilgers ein transportables WC und eine simple Außendusche installiert. Der Vanjoy ist isoliert und mit einer Solaranlage auf dem Dach plus Gel-Batterie ausgestattet.

Üblicherweise fährt Hilgers seinen Vanjoy im Transportmodus, also mit längs angeordneter Bank im Heck. Der Restliche zur Verfügung stehende Raum ist dann bis zu 2,4 Meter lang, einen Meter breit und 1,6 Meter hoch. Mit montiertem Tisch dient der Vanjoy Hilgers als Besprechungsraum, etwa beim Besuch von Kunden oder als mobiler Arbeitsraum, wenn fix Ideen festgehalten werden sollen.

Als potenzielle Kunden für seinen „demokratischen Campervan“ sieht der Berliner „eine neue Generation designaffiner potentieller Vanlifer“. Die sei bisher von den Herstellern komplett ignoriert worden“, meint der Designer. Und er hofft, dass sie nur darauf warten, „endlich einen zu ihrem Leben passenden Campervan erwerben, mieten oder sharen zu können“.

Aktuell ist Hilgers auf der Suche nach Partnern für die Produktion seines Vanjoy. (ampnet/gp)

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Foto: Auto-Medienportal.Net/Michael Hilgers

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