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WRC Deutschland: Fällt in Trier die WM-Entscheidung?

Sieben Siege in acht Saisonläufen hat Titelverteidiger Volkswagen in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) bislang eingefahren. Lediglich in Argentinien war man nicht erfolgreich. Mit der Rallye Deutschland rund um Trier an diesem Wochenende kann sich das Duo Sébastien Ogier und Julien Ingrassia – bei danach noch vier ausstehenden Rallyes – rein rechnerisch schon die Fahrer- und Beifahrer-Meisterschaft sichern.

Allerdings gilt es als unwahrscheinlich. Darum hält sich auch Volkswagens Motorsportdirektor Jost Capito mit Prognosen zurück. „Wann Volkswagen Weltmeister wird, ist schwer zu sagen – und schon gar nicht planbar. In der WRC kann sich immer sehr schnell etwas ändern.“

Realistisch ist die Titelverteidigung beim nächsten Lauf in Australien im September, zumal Deutschland für Volkswagen bislang ein schweres Pflaster war. Die Ergebnisse der zurückliegenden zwei Jahre waren ernüchternd. 2014 schieden die beiden Topfahrer Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala durch Unfälle aus. Das wollen sie in diesem Jahr besser machen und den Bann endlich brechen.

„Ich denke mit gemischten Gefühlen an die Rallye Deutschland. Einerseits habe ich dort 2011 gewonnen und war immer schnell unterwegs. Auf der anderen Seite habe ich 2014 schmerzhaft zu spüren bekommen, dass kleine Fehler auf den schmalen Straßen sofort bestraft werden. Dieses Jahr wollen wir es besser machen und das ist auf jeden Fall möglich“, sagt Sébastien Ogier zusammen. Besonders gefallen ihm die kurvenreichen Wertungsprüfungen entlang der Weinberge: „Sie sind schön zu fahren und machen im Polo richtig Spaß. “

Für Jari-Matti Latvala hat „der Sieg in Finnland einen enormen Motivationsschub gegeben. Davor lief es nicht so rund, aber bei meiner Heim-Rallye habe ich gezeigt, dass ich mich im direkten Duell durchsetzen kann.“ Doch im Gegensatz zu Finnland ist Deutschland eine reine Asphalt-Rallye. Die Pisten in den Weinbergen an der Mosel sind eng und verzeihen einfach keine Fehler. „Wir Fahrer müssen uns in kurzer Zeit auf verschiedene Oberflächen mit unterschiedlichen Eigenschaften einstellen. Besonders schwierig ist das am Wochenende auf der Wertungsprüfung ‚Panzerplatte‘ – meiner Lieblingsprüfung“, so Latvala weiter. Diese Prüfung auf dem Truppenübungsplatz Baumholder ist ein Highlight im Rallye-Kalender. So ist der Sprunghügel „Gina“ – benannt nach dem Dekolleté der Schauspielerin Gina Lollobrigida – legendär. Die World Rallye Cars fliegen hier bis zu 40 Meter weit durch die Luft.

Spannend wird es auch bei den anderen Teams. Hyundai strebt an, seinen Laufsieg aus dem Vorjahr zu wiederholen. Kommen die Volkswagen jedoch ins Ziel, wird das schwer, denn die Polo R WRC sind 2015 einfach zu stark. Für Überraschungen könnten aber Ford und Citroën sorgen. Beide Teams haben zum Primus Volkswagen aufgeschlossen und dürften, wie in Argentinien, für die eine oder andere Überraschung gut sein. (ampnet/tw)

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Volkswagen Polo R WRC von Sébastien Ogier bei der Rallye Deutschland.

Volkswagen Polo R WRC von Sébastien Ogier bei der Rallye Deutschland.

Foto: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen

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