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Leopoldina: Merkel macht Grenzwerte zur Chefsache

Auf ausdrücklichen Wunsch von Bundeskanzlerin Angela Merkel befasst sich ab sofort die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina aus Halle in Sachsen-Anhalt mit den von der EU beschlossenen Grenzwerten der Luftverschmutzung, die durch Dieselabgase verursacht wird. Die Akademie ist die älteste naturwissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft im deutschsprachigen Raum und die älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt.

Die Gesellschaft bearbeitet unabhängig von wirtschaftlichen oder politischen Interessen wichtige gesellschaftliche Zukunftsthemen aus wissenschaftlicher Sicht, vermittelt die Ergebnisse der Politik und der Öffentlichkeit und vertritt diese Themen national wie international. Nun soll eine Arbeitsgruppe von 20 Professoren der Fachrichtungen Biologie, Chemie, Epidemiologie, Medizin, Statistik, Technik, Toxikologie , Wirtschafts-, Material- und Rechtswissenschaften, Soziologie und Verkehrsforschung, die unabhängig und ergebnisoffen beraten soll, die Studien untersuchen, die zurzeit die Basis für die Grenzwerte bilden. Einer von drei Sprechern der Arbeitsgruppe ist der Präsident der Leopoldina, Jörg Hacker.

Die Experten werden wegen ihrer persönlichen Expertise berufen und sollen nicht als Vertreter einer Interessengruppe tätig werden. Bei ihrer Arbeit geht es um die Qualität der Methoden und deren wissenschaftliche Grundlagen. Auch soll ein Vergleich mit Grenzwerten ausgewählter anderer Länder gezogen werden. So steht zum Beispiel den erlaubten 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid in Europa ein Wert von 100 Mikrogramm in den USA gegenüber.

Bereits seit geraumer Zeit tobt im Zusammenhang mit den innerhalb der Europäischen Gemeinschaft höchstens erlaubten 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft im öffentlichen Raum nicht nur ein erbitterter Streit zwischen Umweltschützern, Fachärzten, Politikern und einer Reihe weiterer Interessensgruppen. Den Grenzwert veranlasste zudem eine Reihe von Richtern Kommunen dazu, Fahrverbote für ältere Dieselautos zu erlassen.

Während 130 Lungenärzte zusammen mit Professor Dieter Köhler, dem ehemaligen Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie den gesundheitlichen Nutzen der Grenzwerte ebenso anzweifelten wie der Mikrobiologe Professor Alexander Kekulé, befand das Forum der Internationalen Lungengesellschaften in Lausanne den Wert für angemessen. Nicht so die Generalanwältin am Europäischen Gerichtshof Juliane Kokott, die für dessen Verschärfung ebenso eintrat wie EU-Umweltkommissar Karmenu Vella.

Unbestritten hingegen bleibt, dass eine willkürlich vorgenommene Schätzung der Weltgesundheitsbehörde WHO in Genf Grundlage jener berüchtigten 40 Mikrogramm-Grenze war. Dabei hatte die WHO selbst schon vor 20 Jahren zu bedenken gegeben, es gebe keine Studien, die verlässlich genug seien, um „inakzeptable Gesundheitsrisiken bei Kindern oder Erwachsenen“ durch eine Exposition mit Stickstoffdioxid nahezulegen.

Jetzt ist die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina am Zug, um endlich Licht in das Dunkel zu bringen. Ergebnisse sollen bereits im Frühjahr vorliegen. (ampnet/hrr)

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Prof. Jörg Hacker.

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Foto: Auto-Medienportal.Net/Leopoldina

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Prof. Jörg Hacker.

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Die Leopoldina in Halle.

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Foto: Auto-Medienportal.Net/Leopoldina

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