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EXTRA Praxistest Skoda Fabia 130: Das Beste kommt zum Schluss

Der Fabia ist aus der ganz persönlichen Sicht unseres Autoren sein Lieblings-Skoda. Er ist zwar nicht der meistverkaufte Wagen aus Mlada Boleslav, doch liegt er immerhin souverän auf Platz zwei hinter dem Bestseller und Evergreen Octavia. Mehr Auto braucht man nicht, soll einst schon das Rallye-As Walter Röhrl gesagt haben. Oder vielleicht doch?

Ein bissl mehr geht eben immer, und das Beste, was ein Fabia derzeit werden kann, ist als Editionsmodell „130“ auf die Straße zu kommen. Die Zahl erinnert an den 130. Geburtstag von Skoda im Jubiläumsjahr 2025 und gibt gleichzeitig die Leistung des Kleinwagens an. Stramme 130 kW (177 PS) liefert sein 1,5 Liter großer Vierzylinder-Turbobenziner, bei weniger als 1300 Kilogramm Leermasse ergibt dies ein beachtliches Leistungsgewicht. Was eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 7,4 Sekunden erlaubt und den erstarkten Fabia mit 228 km/h Spitze zum schnellsten jemals gebauten Modell der Serie macht.

Bislang war der Fabia Monte Carlo das Topmodell der Kleinwagen-Baureihe, das seinen Namen sehr zu Recht trägt. Mit einem seiner Vorfahren, dem RS 130, gelang Skoda der Sieg in der Gruppe 2 bis 1300 Kubikzentimeter Hubraum bei der Rallye Monte Carlo 1977. Der heutige Fabia 130 überbietet die bisherige Spitzenversion um 27 PS (20 kW) und gibt sich durch dezente Designelemente wie den schwarzen Streifen an der Heckklappe, einem graphischen Element an den vorderen Kotflügeln und der Beschriftung in den Einstiegsleisten der vorderen Türen zu erkennen. Rote Bremssättel leuchten zwischen den schlanken Speichen der glänzendschwarz polierten 18-Zoll-Leichtmetallräder, das Dach ist serienmäßig schwarz lackiert.

Innen betonen stark konturierte Sitze mit den „Monte Carlo“-Bezügen sportive Ansprüche, die Schalttafel ist mit einem 10-Zoll-Touchscreen bestückt, über den sich die meisten aller Funktionen steuern lassen. Informativ und variabel zeigt sich das Cockpitdisplay, hilfreich sind auch die Walzenpotis und Tasten am Lenkrad, mit denen sich die Volumina der klangvollen Audioanlage verändern, vor allem aber die besonders nervigen Mitglieder des Assistentenclubs unverzüglich nach Fahrtbeginn ausschalten lassen. Skoda hat die entbehrlichsten Kollegen vernünftigerweise an das Kopfende der Auflistung gestellt, ruckzuck sind Tempowarnung und Spurwächter kalt gestellt.

Der Einstieg vorne ist einfach und bequem. Die manuell einzustellenden Sitze überraschen mit einer eher weichen Polsterung, die wir aber noch zu schätzen lernen werden. Eine passende Position am Volant ist schnell gefunden, für einen Kick mehr Komfort sorgt die kurze Mittelarmlehne, die trotz des mechanischen Handbremshebels realisiert werden konnte.

Hinten geht es etwas knapper zu, sofern der Fahrer jedoch nicht in Lümmelstellung und gestreckten Ellbogen den Kontakt zum Lenkrad hält, kommen im Fond zwei mittelgroße Passagiere ganz ordentlich unter. 380 Liter passen in den Kofferraum, auf 1190 Liter steigert sich die Transportkapazität nach dem Umklappen der Rücksitzlehnen. Unter dem Kofferraumboden geht es hübsch aufgeräumt zu, das Pannenbesteck ist in einer Kunststoffform sicher und klapperfrei untergebracht. Die dünne Bodenplatte macht dagegen einen eher frugalen Eindruck.

Gestartet wird der kräftig aufgeladenen Vierzylinder per Startknopf, akustisch unauffällig geht er zunächst ans Werk. Die Doppelkupplung des siebengängigen Getriebes stellt den Kraftschluss gewohnt herzhaft her, auch der Eco-Modus zähmt sie nicht. Wer das Sportprogramm des Getriebes bevorzugt, bekommt eine heftige Zwischengaseinlage geboten, wenn der Automat herunterschaltet. Nette Spielerei, aber im Grunde unnötig. Akustische Aufmerksamkeit erzielt die Maschine erst jenseits von 2500 Touren, wenn das Geräuschniveau merklich ansteigt. Völlig unbemerkt bleibt dagegen die Zylinderabschaltung, wenn die Elektronik zwei der vier Töpfe bei geringem Leistungsabruf wegen Unterforderung zum Zweck des Konsumverzichts stilllegt. Den versprochenen WLTP-Verbrauchswert von 5,5 Liter Benzin auf 100 Kilometer konnten wir dennoch nicht ganz erreichen, 5,9 Liter verlangte der starke Fabia durchschnittlich auf unseren Fahrten

Der Fabia 130 beschleunigt vehement, nicht brutal, wirkt deshalb trotz sportlicher Leistungsbereitschaft stets kultiviert und wach gleichzeitig. Anfahrschwächen gibt es nicht, auch die Antriebseinflüsse lassen die Lenkung weitgehend unberührt. Das führt zu einem perfekten Fahrerlebnis, das keine störenden Karosseriebewegungen beeinträchtigen. Um 15 Millimeter wurde der Fabia 130 im Vergleich zu seinen zivilen Brüdern tiefergelegt, das verhindert Wanken und Nicken zuverlässig. Insgesamt wird der Kleinwagen-Sportler auch hohen Ansprüchen an Fahrdynamik gerecht, lange bleibt er in Kurven neutral auf Kurs, das ESP greift ebenso gefühlvoll wie effizient ein, wenn es der Chauffeur zu wild treibt.

Allerdings fordert die Kurven-Kunst ihren Preis. Federung und Dämpfung sind bissig hart ausgelegt, bisweilen fällt die Wahl der Fahrstrecke wenn möglich zugunsten der glatteren Asphaltfläche aus, um nicht über Gebühr durchgerüttelt zu werden. Allerdings spielt nun die komfortable Sitzpolsterung ihre Trümpfe aus und verschont Fahrer und Beifahrer vor den ganz groben Verwerfungen der Straße.

In der Summe seiner Eigenschaften repräsentiert der Fabia 130 ein überaus gelungenes Kleinwagenkonzept, bei dem die Alltagstauglichkeit nicht im Zuge überzogener Sportlichkeit auf der Strecke bleibt. Als Schnäppchen geht er jedoch kaum durch, mit einem Basispreis von 36.530 Euro kratzt er vernehmlich an der Grenze dessen, was sich ein Kleinwagenkäufer als finanzielles Maximum vorzustellen vermag. Aber wer sich noch für konventionelle und leistungsstarke Antriebe erwärmen kann, wird sich den Fabia 130 näher ansehen müssen, denn aktuell setzen immer mehr Hersteller bei den Kraftzwergen auf Elektrik. (aum)

Daten Skoda Fabia 130

Länge x Breite x Höhe (m): 4,14 x 1,77 x 1,46
Radstand (m): 2,56
Antrieb: R4-Benziner, 1498 ccm, FWD, 7-Gang-DSG
Leistung: 177 PS / 130 kW
Drehmoment: 250 Nm bei 1500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 228 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 7,4 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 5,5 Liter
CO2-Emissionen: 124 g/km
Testverbrauch: 5,9 Liter
Leergewicht / Zuladung: min. 1268 kg / max. 450 kg
Kofferraumvolumen: 380-1190 Liter
Max. Anhängelast: 1200 kg
Basispreis: 36.530 Euro
Testwagenpreis: 38.910 Euro

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Skoda Fabia 130.

Skoda Fabia 130.

Photo: Autoren-Union Mobilität/Michael Kirchberger


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