In Brüssel nimmt das Thema Defossilierung des Straßenverkehrs auch durch den Kraftstoff E 20 jetzt Fahrt auf, seit eine Gruppe EU-Parlamentarier sich dafür stark machte. Ursula von der Leyen als Präsidentin der EU-Kommission, erklärte dazu, man werde „eine Zulassung von höheren Ethanolgehalten (E20) in Betracht ziehen“. Der ökologische Hintergrund: Die Biomasse, die zur Ethanolherstellung benötigt wird, hat das CO2, das bei der Verbrennung im Motor entsteht, vorher der Luft entnommen. Es entsteht also kein zusätzliches CO2.
Die Normungsgremien haben bereits vorgelegt: Die CEN/TS 18227 (technische Spezifikation) definiert einen maximalen Ethanolgehalt von 20 Prozent (statt bisher zehn Prozent) und einen Sauerstoffgehalt von maximal acht Prozent (bisher 3,7 Prozent bei E 10). Um diese Werte muss jetzt die EU-weit gültige Kraftstoffqualitätsrichtlinie 98/70/EG erweitert werden. Dieser Erweiterung müssen die Europäische Kommission, das Parlament und auch die Mitgliedsstaaten zustimmen. Wieviel Zeit das Verfahren in Anspruch nehmen wird, lässt sich nur schwer abschätzen.
Doch auch das kürzlich vorgelegte Gutachten des Nationalen Klima-Rats baut Druck auf für das Erreichen der Klimaziele, eine verringerte Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und für eine stärkere Resilienz. Ein Faktencheck soll die Diskussion um diesen Schritt zu weniger CO2 durch den Verkehr versachlichen. (aum)
Mehr zum Thema: E 20 , Kurzfassungf
Teile diesen Artikel: