Die Kraftstoffpreise sinken

Die Preise an den Tankstellen haben gegenüber der Vorwoche spürbar nachgegeben. Das trifft vor allem auf Diesel zu, der seit Wochen – anders als üblich – teurer ist als Benzin. Der ADAC spricht von einer Entspannung am Kraftstoffmarkt, sieht aber noch lange keine Entwarnung. Nach Angaben des Automobilclubs kostet ein Liter Diesel momentan im bundesweiten Durchschnitt 2,286 Euro. Das sind 16,1 Cent weniger als vor sieben Tagen. Nur etwa halb hat sich Benzin verbilligt. Für einen Liter Super E10 müssen Auto- und Motorradfahrer im Mittel 2,107 Euro bezahlen – ein Minus von 8,1 Cent.

Der Rohölpreis als maßgebliche Größe zur Bewertung der Kraftstoffpreise rangiert wie in der Vorwoche bei etwa 95 US-Dollar. Damals wurde der zweiwöchige Waffenstillstand zwischen den USA und Iran verkündet. Als Folge war der Ölpreis im Tagesverlauf um bis zu 15 Prozent abgestürzt und schloss auf einem ähnlichen Niveau wie derzeit. Erst mit Verzögerung kam dies auch bei den Preisen an den Zapfsäulen an.

Nach Ansicht des ADAC kann der aktuelle Preisrückgang dennoch lediglich eine erste Korrektur „der zuletzt stark überzogenen Kraftstoffpreise“ darstellen. So wurde in der vergangenen Woche für Diesel ein neues Allzeithoch registriert. Auch Super E10 hatte in der Vorwoche einen neuen Jahreshöchststand erreicht. Die Preise waren seit Inkrafttreten des so genannten Österreich-Modells zunächst immer weiter gestiegen, ohne dass der Ölpreis eine hinreichende Rechtfertigung geboten hätte. Hinzu kommt, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar zugelegt hat, was Rohöl rechnerisch günstiger macht.

Der ADAC führt den starken Anstieg der Kraftstoffpreise daher unter anderem auf die Auswirkungen der limitierten Preisregelung zurück, da die Mineralölkonzerne auf die mangelnde Flexibilität bei der Preissetzung mit deutlichen „Risikoaufschlägen“ zum einzigen im Tagesverlauf erlaubten Erhöhungszeitpunkt reagieren.

Die Erfahrungen nach den ersten beiden Wochen des Österreich-Modells zeigen, dass die Spritpreise kurz vor 12 Uhr stark ansteigen und dann bis zum Abend in abnehmender Geschwindigkeit fallen. Nachts gibt es kaum Preisbewegungen. Erst ab dem nächsten Morgen sinken die Preise wieder etwas, bis erneut der Anstieg um 12 Uhr mittags vollzogen wird. Somit ist der günstigste Tankzeitpunkt im Tagesverlauf kurz vor dem einmaligen Erhöhungszeitpunkt am Mittag.

Als Maßnahme gegen die aktuell sehr hohen Kraftstoffpreise hat die Bundesregierung zu Wochenbeginn eine befristete Senkung der Energiesteuer um 17 Cent je Liter Kraftstoff auf den Weg gebracht. Diese muss noch abschließend beschlossen werden und soll zum 1. Mai in Kraft treten. Der ADAC begrüßt den Vorschlag und fordert, dass die Senkung in vollem Umfang bei den Verbrauchern ankommen muss. (aum)

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Die Entwicklung der Kraftstoffpreise in den vergangenen Wochen.

Die Entwicklung der Kraftstoffpreise in den vergangenen Wochen.

Photo: ADAC via Autoren-Union Mobilität

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