Für mehr als jeden vierten Führerscheininhaber (27 Prozent) kommen nur Elektroautos einer bestimmten Automarke in Frage. Das ist eines der Ergebnisse des HUK-E-Barometers, das auf Daten der Versicherung und einer Online-Umfrage beruht. Unter Fahrern, die jährlich mehr als 10.000 Kilometer zurücklegen, hat mehr als jeder Dritte eine feste Markenpräferenz (36 Prozent), bei Familien mit Kindern sogar 37 Prozent. Wer im Monat über 5000 Euro netto verdient, bekennt sich zu 52 Prozent auch beim Elektroauto zu seiner Marke. Zehn Prozent der Befragten wollen mit ihrer Entscheidung warten, bis ihre Marke das für sie richtige E-Auto anbietet.
Die Top Drei: BMW, Skoda, Volkswagen
Wenn es nach den Wünschen aller Autofahrer in Deutschland geht, würden sie sich am liebsten für einen elektrischen BMW oder Volkswagen entscheiden. Allerdings zwängte sich Skoda durch den Erfolg des Modells Elroq zwischen die beiden Marken. Die Marke Volkswagen wurde 2025 demnach in 13,4 Prozent aller Fälle gewählt, wenn privat von einem Verbrenner auf ein reines Elektroauto gewechselt wurde, Skoda kam auf 8,2 Prozent und BMW auf 7,9 Prozent.
Umsteigerquote lag 2025 bei 5,5 Prozent
Im vierten Quartal 2025 wurde bei Privatpersonen in Deutschland die höchste Umsteigerquote von Verbrenner- auf Elektroautos seit drei Jahren erreicht. Laut HUK-E-Barometer war dies bei 6,3 Prozent aller privaten Fahrzeugwechsel der Fall. Damit ist die Umsteigerquote in jedem Quartal 2025 gestiegen. Für das Gesamtjahr 2025 ergibt sich daraus eine jährliche Quote von 5,5 Prozent. Aktuell nehmen 15 Prozent der Privathaushalte bei einer geplanten Neuanschaffung innerhalb der kommenden beiden Jahren ein Elektroauto in den Blick. Die positive Entwicklung könnte sich also wahrscheinlich fortsetzen.
"Die Ankündigung einer neuen staatlichen Förderung bei der Anschaffung von E-Autos hat 2025 offenbar nicht zu einem breiten Abwarten bei privaten Käufern geführt“, meint Jörg Rheinländer, im Vorstand der HUK-Coburg zuständig für die Kfz-Versicherung und fügt hinzu, die Attraktivität der E-Mobilität stehe offenbar auf einem stabileren Fundament.
Großstädter: Sympathie größer als Kauflust
Doch die Entwicklung läuft nicht überall gleich. So steigen Bewohner in den 15 größten Städten Deutschlands deutlich seltener auf E-Autos um als dies im Bundesschnitt der Fall ist (4,6 Prozent gegenüber 5,5 Prozent im Gesamtjahr 2025). Im Ergebnis erreicht damit selbst etwa Düsseldorf, die Großstadt mit den meisten Umstiegen in 2025, aktuell mit einem Anteil von 3,3 Prozent am Fahrzeugbestand nur die Hälfte vom Spitzenreiter bei den Landkreisen, wo Starnberg mit 6,6 Prozent vonre liegt. Auch Stuttgart, Spitzenreiter unter den Großstädten, liegt mit 4,8 Prozent deutlich darunter.
Kaum Umstiege ohne Eigenheim
Diese Entwicklung widerspricht dem guten Image der Elektroautos besonders bei Großstädtern. Hier wird eine Schwäche des Umstiegs deutlich. Eigenheime mit privaten Ladepunkten sind in der Stadt seltener. Und der Mangel an öffentlichen Ladepunkten ist in den Städten offensichtlich. Die HUK-Studie fand heraus, dass Besitzer eines eigenen Hauses oder einer eigenen Wohnung dreimal so häufig privat ein E-Auto besitzen wie diejenigen ohne Wohneigentum (4,8 Prozent gegen 1,6 Prozent). 81 Prozent aller privaten E-Autos in Deutschland werden von Immobilienbesitzern gefahren.
Wer einen Carport oder einen Garagen-Stellplatz besitzt, hat im Bundesschnitt fast drei Viertel häufiger ein privates E-Auto als diejenigen mit Laternenparkplatz (4,1 Prozent zu 2,4 Prozent). (aum)
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