Kia und Hyundai prüfen Serienanwendung von UWB

Kia und Hyundai haben die neue Sicherheitstechnologie „Vision Pulse“ vorgestellt. Das System nutzt die Kurzstrecken-Funktechnologie Ultrabreitband (UWB), um die Position von potenziellen Hindernissen rund um ein Fahrzeug präziser als bisher und in Echtzeit zu ermitteln und dadurch die Fahrsicherheit deutlich zu erhöhen. Die mögliche Serienanwendungen wird derzeit geprüft.

Vision Pulse arbeitet mit UWB-Modulen, die in die Fahrzeuge installiert sind und ständig Signale aussenden. Befinden sich in der Nähe andere Fahrzeuge, Fahrräder oder Fußgänger, die ebenfalls über UWB-Module verfügen (wie sie beispielsweise bereits in bestimmte Smartphones, Wearables und Tracker integriert sind), misst das System die Zeit, die die Signale für die Übertragung zwischen den Modulen benötigen, und berechnet auf dieser Basis die genauen Positionen der anderen Module. Wenn das System die Gefahr einer Kollision erkennt, reagiert es mit entsprechenden Warnmeldungen.

Der Einbau von UWB ist nicht bei allen Fahrzeugen erforderlich. So verfügen zum Beispiel sämtliche Kia- und Hyundai-Modelle, die mit dem digitalen Autoschlüssel „Digital Key 2.0“ ausgestattet sind, bereits über solche Module, so dass keine weitere Hardware notwendig ist.

Aktuelle Technologien wie Toter-Winkel-Warner basieren auf fest installierten Geräten oder relativ langsamen Kommunikationsnetzwerken, was die Genauigkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit beeinträchtigt. Vision Pulse ist schneller und genauer sowie kostengünstiger, da Technik bereits in vielen Fahrzeugen integriert ist. Darüber hinaus reduziert es die Abhängigkeit von kostenintensiven Sensoren wie Lidar und Radar.

UWB arbeitet mit einer Bandbreite im Gigahertz-Bereich. Das gewährleistet eine minimale Anfälligkeit gegenüber Störungen durch andere Signale sowie außergewöhnliche Eigenschaften in der Durchdringung und „Beugung“, wie man die Fähigkeit von Funkwellen nennt, sich um Hindernisse herum auszubreiten. Selbst an komplexen städtischen Kreuzungen kann Vision Pulse in einem Umkreis von 100 Metern Objekte mit einer Fehlertoleranz von nur 10 Zentimetern orten. Die Technologie behält ihre Erkennungsgenauigkeit von über 99 Prozent auch bei widrigen Wetterbedingungen oder Dunkelheit bei und bietet hohe Kommunikationsgeschwindigkeiten von ein bis fünf Millisekunden.

Kia und Hyundai Motor haben darüber hinaus die Praktikabilität der Technologie verbessert, indem sie Algorithmen entwickelt haben und anwenden, die die Positionen mehrerer Objekte genau vorhersagen können, selbst wenn sich diese mit hoher Geschwindigkeit um das Fahrzeug herum bewegen.

Die beiden Unternehmen erwarten außerdem, dass Vision Pulse über die Fahrassistenz hinaus weitere Anwendungsmöglichkeiten finden wird. Durch eine Anpassung an die Mobilitätsanforderungen unter industriellen Bedingungen könnte die Technologie zum Beispiel Kollisionen in Arbeitsumgebungen wie Lagerhäusern verhindern und so Arbeitsunfälle reduzieren. Und in der Katastrophenhilfe könnten damit Personen lokalisiert werden, die unter Trümmern begraben sind.

Demonstriert wird das System unter anderem in einem Video am Beispiel eines Busses, der Kinder zum Kindergarten bringt. Um Vision Pulse für die Kleinen möglichst einfach nutzbar zu machen, wurden die UWB-Module in Anhänger integriert, die sich leicht an Rucksäcken befestigen lassen und die in einem kindgerechten „Schutzengel-Design“ gestaltet wurden. Sie dienen zugleich als schlaffreundliche Nachtlichter, wodurch das regelmäßige Aufladen – als Teil der Abendroutine des Kindes – gefördert werden soll.

Kia und Hyundai testen Vision Pulse zurzeit in realen industriellen Umgebungen. Dazu gehört das PBV-Umrüstzentrum (PBV Conversion Center) in Hwaseong, Korea, wo Kia im Rahmen seiner „Platform Beyond Vehicle“-Strategie spezialisierte Modelle entwickelt und produziert. Dort wird getestet, wie Vision Pulse dabei helfen kann, Zusammenstößen zwischen Gabelstaplern und Arbeitern vorzubeugen. Weitere Tests wurden mit der Hafenbehörde von Busan, ebenfalls Korea, vereinbart. (aum)

Weiterführende Links: Kia-Presseseite

Mehr zum Thema: , ,

Teile diesen Artikel:

Bilder zum Artikel
Kia und Hyundai demonstrieren in einem Video die neue Kurzstrecken-Ultrabreitband-Sicherheitstechnologie „Vision Pulse“ am Beispiel eines Busses, der Kinder zum Kindergarten bringt.

Kia und Hyundai demonstrieren in einem Video die neue Kurzstrecken-Ultrabreitband-Sicherheitstechnologie „Vision Pulse“ am Beispiel eines Busses, der Kinder zum Kindergarten bringt.

Photo: Kia via Autoren-Union Mobilität

Download:


Kia und Hyundai demonstrieren in einem Video die neue Kurzstrecken-Ultrabreitband-Sicherheitstechnologie „Vision Pulse“ am Beispiel eines Busses, der Kinder zum Kindergarten bringt.

Kia und Hyundai demonstrieren in einem Video die neue Kurzstrecken-Ultrabreitband-Sicherheitstechnologie „Vision Pulse“ am Beispiel eines Busses, der Kinder zum Kindergarten bringt.

Photo: Kia via Autoren-Union Mobilität

Download:


Kia und Hyundai demonstrieren in einem Video die neue Kurzstrecken-Ultrabreitband-Sicherheitstechnologie „Vision Pulse“ am Beispiel eines Busses, der Kinder zum Kindergarten bringt.

Kia und Hyundai demonstrieren in einem Video die neue Kurzstrecken-Ultrabreitband-Sicherheitstechnologie „Vision Pulse“ am Beispiel eines Busses, der Kinder zum Kindergarten bringt.

Photo: Kia via Autoren-Union Mobilität

Download:


Kia und Hyundai demonstrieren in einem Video die neue Kurzstrecken-Ultrabreitband-Sicherheitstechnologie „Vision Pulse“ am Beispiel eines Busses, der Kinder zum Kindergarten bringt: ein altersgerecht gestaltetes Modul für die Kleidung oder den Rucksack.

Kia und Hyundai demonstrieren in einem Video die neue Kurzstrecken-Ultrabreitband-Sicherheitstechnologie „Vision Pulse“ am Beispiel eines Busses, der Kinder zum Kindergarten bringt: ein altersgerecht gestaltetes Modul für die Kleidung oder den Rucksack.

Photo: Kia via Autoren-Union Mobilität

Download: