Er prägte mehr als drei Jahrzehnte lang als Ingenieur und Rennleiter die Motorsportgeschichte von Porsche: Am Freitag vergangener Woche ist Peter Falk im Alter von 93 Jahren gestorben.
Peter Falk wurde am 27. November 1932 als Sohn eines Archäologen in Athen geboren. Nach einer Lehre als Autoschlosser studierte er Maschinenbau mit Schwerpunkt Kraftfahrzeugtechnik in Stuttgart. Schon früh interessierte er sich für die Fortbewegung auf dem Land und Technik. Als 23-Jähriger bestritt er seine erste Rallye als Co-Pilot seines Nachbarn und Werkstattinhabers Alfred Kling. Die beiden holten den Klassensieg. Es folgten Triumphe bei der Rallye Genf und der Internationalen Deutschland Rallye 1957 sowie ein sechster Platz beim Straßenrennen Lüttich-Brescia-Lüttich.
Im Jahr 1959 begann Falk als einer von nur zehn Mitarbeitern im Fahrversuch bei Porsche. Fünf Jahre später wechselte er in die Vorentwicklung und Rennbetreuung und verhalf unter anderem dem Neun-Elfer zum Fahren. Bei der Rallye Monte Carlo 1965 saß er als Beifahrer neben Herbert Linge beim ersten internationalen Motorsporteinsatz eines Porsche 911. Das Duo war sich bereits im Jahr 1951 bei der Deutschen Schwarzwaldfahrt im Wettbewerb begegnet, damals noch auf Motorrädern. Die Rallye beendeten sie auf Platz fünf des Gesamtklassements – als eines von nur 22 Fahrerteams, die das Ziel erreichten, von ursprünglich 237, die sich auf den Weg nach Monte Carlo gemacht hatten.
In den folgenden Jahrzehnten prägte Peter Falk die Geschichte des Unternehmens mit. Er führte den Porsche 911 auf Rennstrecken zu weltweitem Erfolg und trieb die Entwicklung vieler Modelle voran, vom 904 bis hin zum 917 für Rundstrecken und Bergrennen. Von 1973 bis 1981 wirkte er als Versuchsleiter in der Serienentwicklung der Baureihen 911, 924 und 928. Damit prägte er die technische Ausrichtung der Marke auch abseits der Rennstrecke. Außerdem verantwortete er in seiner Funktion als Rennleiter wichtige Erfolge des Porsche 956/962 in der Gruppe C. Unter seiner Führung gelangen Porsche in den 1980er Jahren sieben Gesamtsiege bei den 24-Stunden-Rennen von Le Mans und elf Weltmeistertitel. Zu den weiteren Triumphen seiner Karriere zählten fünf Gesamtsiege in Daytona und zwei bei der Rallye Paris-Dakar in den Jahren 1984 und 1986. Für Falk selbst zählten der Sieg in Le Mans 1982 wie der Erfolg bei der Rallye Paris-Dakar 1984 zu seinen persönlichen Höhepunkten.
Ende der 1980er-Jahre leitete Peter Falk bis 1992 die Fahrwerkentwicklung und war an der Neuentwicklung der vierten Generation des 911 (Typ 993) beteiligt. Regelmäßige Teilnahmen an Renneinsätzen ließ sich der ehemalige Rennleiter und Leiter der Rennentwicklung weiterhin nicht nehmen.
Bei Rennfahrern, Kollegen und Mitarbeitern galt der Verstorbene als außergewöhnlicher Theoretiker und Praktiker zugleich, der stets den Teamgedanken über persönliche Anerkennung stellte, getreu seinem Motto: „Ich habe immer gesagt, ich bin selber gar nichts, aber mein Team muss gut sein. Und das ist das Wichtigste.“ Auch renommierte Weggefährten wie Walter Röhrl und Hans-Joachim Stuck hoben seine Ruhe, Besonnenheit und seinen außergewöhnlichen Teamgeist hervor. Doch nicht nur die technische Brillanz zeichneten ihn aus, sondern auch sein Menschsein und sein feinsinniger Humor.
1993 ging der gebürtige Grieche in den Ruhestand, blieb dem Unternehmen aber eng verbunden. Viele Jahre stand er dem Team Porsche Heritage und Museum noch als Zeitzeuge und Interviewpartner zur Verfügung. Und auch auf renommierten Klassik-Veranstaltungen war er häufig zu Gast oder gar an der Organisation der ein oder anderen Oldtimer-Rallye beteiligt. Peter Falk hinterlässt seine Frau Ruth und eine Tochter. (aum)
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