aum – 22. Januar 2026
Von Walther Wuttke
Manfred Gotta erfand den Modellnamen Twingo.
Photo: Renault via Autoren-Union Mobilität
Er erfand den Modellnamen Twingo: Manfred Gotta.
Photo: Renault via Autoren-Union Mobilität
Renault Twingo der 1. Generation (vorne) und der aktuelle Twingo E-Tech Electric.
Photo: Renault via Autoren-Union Mobilität
Renault Twingo (1. Generation) und der moderne Nachfolger Twingo E-Tech Electric (links).
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Renault Twingo E-Tech Electric (rechts am Rand die 1. Generation).
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Irgendwann Anfang der 1990er Jahre klingelte bei Manfred Gotta das Telefon. Am anderen Ende der Leitung war ein Renault-Mitarbeiter. Der französische Konzern suchte damals nach einem Namen für einen neuen Kleinwagen, und Manfred Gotta hatte sich damals bereits einen Namen als Entwickler für Produktnamen gemacht. „Ich war damals überrascht, denn die Franzosen hatten bis dahin keinen Kontakt zu mir aufgenommen“, sagt er. Nach einem ersten Gespräch mit dem damaligen Chefdesigner Patrick Le Quément durfte Gotta im Allerheiligsten des Konzern, dem Technocentre bei Paris, das neue Modell in Augenschein nehmen.
„Ich habe dann darum gebeten, das Modell alleine zu beurteilen und alle Anwesenden aufgefordert, den Raum zu verlassen, um den Wagen allein in allen Details zu untersuchen.“ Dass er bei seiner Inspektion von den Renault-Mitarbeitern durch eine Glaswand beobachtet wurde, hat Gotta erst später realisiert. „Nachdem ich mit meiner Untersuchung fertig war, fragte mich Le Quément, wie mir das Auto gefällt. Auf meine Antwort, ‚das Auto lächelt‘, hatte ich den Auftrag.“
1993 rollte der kleine Renault als Twingo auf den Markt und erlebt jetzt als Elektroauto eine zweite Karriere. Für Renault war der Kleinwagen mit dem international akzeptierten Namen ein Symbol für eine neue Denkweise: mutig und emotional, und der Name transportierte diese Werte. Bis heute entstanden rund 4,1 Millionen Exemplare, und in Deutschland sind noch 60.000 Twingo auf der Straße. „Der Twingo“, so Gotta, „hatte von Beginn an etwas Freundliches und Zugängliches.
Er wirkte nicht wie ein klassisches Auto, sondern wie ein Gegenüber.“
Damals gab es viele Vermutungen, wie der Name entstanden ist, und das ansonsten zuverlässige Online-Lexikon Wikipedia definiert Twingo unverdrossen auch heute noch als „Zusammensetzung der Namen dreier Tänze: Twist, Swing und Tango“. „Das ist falsch“, korrigiert Gotta, „Twingo ist ein reiner Kunstname, den ich allein entwickelt habe.“ Und wie funktionierte die Namensfindung? „Wir arbeiten wie ein Komponist, der aus vielen Noten ein Werk erschafft. Bei uns sind die Noten die Buchstaben des Alphabets.“
„Bei jedem Namen fangen wir wieder bei Null an, und so war es auch beim Twingo. Man muss einfach ein Gefühl für das Produkt entwickeln, und da ist der erste Eindruck entscheidend. Außerdem müssen die beteiligten Charaktere zusammenpassen“, erklärt Gotta. „Aber wie der Name Twingo letztendlich entstanden ist, kann ich heute nicht mehr sagen.“
Bis ein neuer Name eingesetzt werden kann, vergeht einige Zeit. „Uns beraten Sprachwissenschaftler, ob die potenzielle Bezeichnung überall ausgesprochen werden kann, und dann muss geklärt werden, ob keine Markenrechte verletzt werden.“ Erst wenn alle diese Voraussetzungen geklärt sind, wird das Ergebnis dem Auftraggeber präsentiert. „Und dabei ist es gleichgültig, ob der Name lang oder kurz ist, er muss einfach auf Anhieb passen.“
Neben Twingo, stammen auch die Renault-Modellnamen Vel Satis, Mégane und Avantime aus Gottas Wortwerkstatt. „Beim Avantime hatten wir das Problem, dass Volkswagen den Begriff Avant geschützt hatte, doch dann telefonierte der Renault-Vorstand mit dem Wolfsburger Vorstand, und wir konnten den Avantime auf den Markt bringen. So einfach war das damals“, blickt der 78-jährige Gotta zurück, der sich in diesen Wochen in Karibik zurückzieht und sein Unternehmen Gotta Brands an seinen Sohn Julian übertragen hat.
Die vierte Generation des Twingo, die in den kommenden Wochen als Twingo E-Tech auf den Markt kommt und bereits bestellt werden kann, übernimmt viele Designelemente des Urmodells und lächelt wie seine Vorgänger seine Umwelt freundlich an. Der Kleinwagen nutzt einen 60 kW (82 PS) starken E-Motor. Die Reichweite gibt Renault mit bis zu 260 Kilometer an, und die Preisliste beginnt zunächst bei 21.590 Euro. Ein Variante für knapp unter 20.000 Euro wird folgen. (aum)
Mehr zum Thema: Renault Twingo , Manfred Gotta
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Renault Twingo (1. Generation ab 1992).
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Renault Twingo E-Tech Electric.
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Renault Twingo E-Tech.
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