Wenn die Luftsäule im Reifen in Schwingung gerät, entsteht das so genannte „Cavity Noise“. Diese Geräusche werden über Fahrwerkbauteile wie Querlenker und Dämpfer dann ins Fahrzeuginnere übertragen. Wie sie sich ganz ohne den Einsatz von zusätzlicher Hardware zur Geräuschdämmung wie beispielsweise Lautsprechern im Fahrzeug reduzieren lassen, zeigt ZF mit der neuen softwarebasierten „Active Noise Reduction“-Funktion. Die Technik wird im Rahmen der Consumer Electronics Show (CES) vom 6. bis 9. Januar 2026 in Las Vegas vorgestellt.
Grundlage für die neuartige Lösung ist die neue Generation des ZF Smart Chassis Sensors mit integriertem Beschleunigungssensor. Dieser misst präzise die Schwingungen, die vom Reifen über das Fahrwerk ins Fahrzeug gelangen. Die Daten werden in einer Steuereinheit (ECU) analysiert. Ein eigens entwickelter Algorithmus erkennt die charakteristischen Geräuschmuster des Cavity Noise und erzeugt ein phaseninvertiertes Gegensignal. Dieses wird durch die ZF-Software Cubix über die Ventile der hauseigenen semiaktiven Dämpfer eingespielt. Dabei nutzt die Funktion Mikrobewegungen des Dämpfers, um das Störgeräusch gezielt zu reduzieren – ohne dabei die eigentliche Dämpferfunktion zu beeinträchtigen.
Die Umsetzung der Geräuschreduktion erfolgt rein softwarebasiert und ohne zusätzlichen Installationsaufwand oder Bauraumbedarf. Bereits in der aktuellen Version werden Pegelreduktionen von mehr als drei Dezibel erreicht – ein deutlich hörbarer Unterschied für die Insassen. Perspektivisch sind bis zu zehn Dezibel möglich.
Active Noise Reduction kann auf verschiedene Fahrzeugtypen und Kundenanforderungen angepasst werden. Besonders für das C-Segment – also preisgünstigere Fahrzeuge – eröffnet sich nach Einschätzung von ZF ein neuer Markt. Hochwertige Akustiklösungen mit Mikrofonen oder Lautsprechern waren bisher meist nur in höheren Segmenten verfügbar, da sie zu Mehraufwand und Mehrkosten führen. Etwa 40 Prozent aller semiaktiven Dämpfer weltweit stammen bereits von ZF. Damit ist der Technologiekonzern Marktführer.
Der Serienstart ist für 2028 geplant. Perspektivisch kann die Funktion auch bei weiteren ZF-Aktuatoren zum Einsatz kommen – zum Beispiel zur aktiven Reduzierung von Bremsenquietschen oder dem vollaktiven Dämpfungssystem. (aum)
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