Seit 90 Jahren ist Opel in der Kompaktklasse vertreten. Bereits 1936 stand mit dem Kadett auf der Berliner Automesse ein preiswertes Modell für die Massenmotorisierung im Mittelpunkt. 1962 wurde die Baureihe nach einer Pause wiederbelebt. Bis heute haben die Rüsselsheimer rund 25 Millionen Kompaktmodelle abgesetzt. Inzwischen hört der Kadett auf den Namen Astra und vertritt Opel in diesem klassischen Segment. Nachdem dieses Jahr auch bei Opel von den SUV geprägt war, bringen die Rüsselsheimer Entwickler im April den Astra deutlich aufgefrischt zu den Kunden.
Auffallendstes Kennzeichen des überarbeiteten Astra ist der beleuchtete Blitz in der Frontpartie, bei Opel „Vizor“ (Visier) genannt, der noch einmal – die Studie Corsa GSE Vision Gran Turismo lässt grüßen – schärfer gestaltet wurde. Der Opel-Blitz ist zugleich Startpunkt für die horizontal bis in die Scheinwerfer und vertikal in die „Bügelfalte“ der Motorhaube verlaufende Lichtsignatur. Der Vizor wird von den optionalen Intelli-Lux HD-Scheinwerfern eingerahmt. Die blendfreien Scheinwerfer besitzen mehr als 50.000 Elemente und wurden vom Grandland übernommen. Um „schwarze Löcher“ bei Kurvenfahrten zu vermeiden, schaltet sich ein zusätzliches Modul zu, um die Kurve noch besser auszuleuchten. Gleichzeitig erkennt das System Verkehrszeichen und reduziert die LEDs, um eine Blendung durch die Hinweisschilder zu vermeiden.
Im Innenraum spendierten die Entwicklern dem Astra neue Sitze. Opel nennt sie Intelli-Sitze, die besonders ergonomisch geformt sind. Bereits in der Basisvariante sind die neu entwickelten Fauteuils an Bord. Sie zeichnen sich durch eine Vertiefung in der Mitte der Sitzfläche aus, bei der die Sattel der Rennräder Pate standen. Diese Neuerung soll zur Entspannung bei längeren Fahrten beitragen. Wer noch komfortabler unterwegs sein will, kann sich wie bisher die von der Arbeitsgemeinschaft Gesunder Rücken (AGR) zertifizierten Sitze samt Sitzheizung, elektropneumatischer Lendenwirbelstütze, Massage- und Memoryfunktion gegen Aufpreis gönnen.
In der Seitenansicht des Astra versteckten die Rüsselsheimer Kreativen ein dezentes Zitat, mit dem sie an den ersten kompakten Opel mit Frontantrieb – damals noch Kadett – erinnern, der 1979 auf den Markt kam. Zu den zurückhaltenden Veränderungen gegenüber dem aktuellen Astra gehören neue Felgendesigns der 17- und 18-Zoll-Leichtmetallräder. Zudem können die Kunden nun auch zwei neue Lackierungen (Kontur-Weiß und Klover-Grün) wählen. Auf Wunsch kommt das Dach mit einer schwarzen Lackierung.
Die Antriebsbanbreite bleibt unverändert. Der überarbeitete Astra kommt wieder als Hybrid, Plug-in-Hybrid mit einer urbanen Reichweite von versprochenen rund 100 Kilometern und mit einem Diesel-Aggregat auf den Markt. Eine Veränderung gibt es aber beim Elektroantrieb. Der jetzt 58 kWh starke Akku lässt den Astra vom kommenden Jahr an 34 Kilometer länger fahren. Und außerdem besitzt der kompakte Opel nun erstmals die Vehicle-to-Load-Technik, so dass sich Gerätschaften wie E-Bikes mit dem Auto aufladen lassen. Wie die Motorenpalette genau aussieht, verrät Opel Anfang Januar beim Autosalon in Brüssel.
Unverändert bleiben die Lastenträger-Kapazitäten. Die Limousine erreicht bei umgelegten Sitzen ein Ladevolumen von 1399 Litern, und beim Sports Tourer, vulgo Kombi, sind es maximal 1634 Liter. (aum)
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