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Elektroauto-Förderung könnte den Markt leicht beflügeln

Einen Hauch von 0,4 Prozent Wachstum beim Pkw-Absatz des kommenden Jahres sieht der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) für das kommende Jahr. Bei seiner Jahres-Pressekonferenz nannte Imelda Labbé als Bedingung für diese positive Entwicklung auf 2,9 Millionen in Deutschland neu zugelassene Fahrzeuge, dass die von der Bundesregierung angekündigten Förderprogramme für die Elektromobilität umgesetzt werden. Andernfalls werde der Wert nur bei 2,8 Millionen Neuzulassungen liegen.

„Unsere Vorhersage beruht auf der Annahme, dass die geplante Unterstützung der Bundesregierung für private E-Auto-Kunden rückwirkend zum Jahresbeginn 2026 startet und gleichzeitig wettbewerbsfähige, transparente Strompreise mit flächendeckender Infrastruktur geschaffen werden. Sollte es zu zusätzlichen Verzögerungen bei der Einführung kommen, könnten potenzielle E-Auto-Kunden weiter abwarten und damit eine Markterholung verhindern“, so die VDIK-Präsidentin.

Zur Umsetzung hat der Verband dem Bund bei der Pressekonferenz gleich ein paar Bedingungen mit auf den Weg gegeben. So sieht der VDIK die Einbeziehung des Gebrauchtwagenmarkts als wichtigen Schritt, den Einstieg ins Elektroauto sozial zu gestalten. Ähnlich argumentiert Imelda Labbé zur Ausgestaltung des Förderprogramms. Der Verband hält es für zielführender, statt eines festen Förderbetrags ein Stromguthaben auszuloben.

Stark macht sich der Verband außerdem für die Rolle der Plug-in-Hybride als Übergangtechnologie. Die Zukunft sei zwar elektrisch, aber die Infrastruktur sei weder in Deutschland, noch im Ausland so weit, dass Elektroautos überall betrieben werden könnten. Aus diesem Grund fordert der VDIK, von der geplanten Absenkung des Utility Factors ab Januar 2026 abzusehen. Heute seien bei Plug-ins rein elektrische Reichweiten von mehr als 100 Kilometern normal.

Aufgrund der verschärften CO2-Flottengrenzwerte haben auch sie internationalen Hersteller Anstrengungen unternommen, um E-Autos in den Markt zu bringen. Diese Bemühungen haben im Gesamtmarkt zu einem Anstieg bei den batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) auf 570.000 Einheiten und bei den Plug-in-Hybriden auf 310.000 Einheiten geführt. In fast allen Segmenten bieten die internationalen Kraftfahrzeughersteller das günstigste batterieelektrische Fahrzeug an. Dadurch legten sie bei den BEVs um 3,9 Prozentpunkte zu und erreichten damit einen Marktanteil von 41,2 Prozent. Der Marktanteil bei Plug-in Hybriden stieg stark überproportional um 3,7 Prozentpunkte und beweist die Attraktivität des breiten Modell- und Antriebsportfolios der internationalen Hersteller.

Aktuell richtet die Automobilwirtschaft ihren Blick gespannt nach Brüssel. Neben einer Flexibilisierung der CO2-Grenzwerte für Neuwagenflotten hat die EU-Kommission in diesem Zusammenhang eine mögliche E-Auto-Quote für Fahrzeugflotten ins Spiel gebracht. Dies sieht der VDIK jedoch wegen der unzureichenden Ladeinfrastruktur in Europa als unrealistisch. Positive Anreize wie verfügbarer und bezahlbarer Ladestrom sowie eine günstigere Dienstwagenbesteuerung für E-Autos und Plug-in-Hybriden nützen der Elektromobilität mehr als Zwangsverordnungen. (aum)

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Photo: VDIK via Autoren-Union Mobilität

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Imelda Labbé.

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