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Autoversicherung: Letzte Chance für die Kündigung

Der November geht seinem Ende entgegen und gleichzeitig verstreicht die Frist ab, die Auto-Versicherung zu kündigen. Bis Sonntag ist dies noch möglich, andernfalls erneuert sich Haftpflicht und Kasko um ein weiteres Jahr. Diesmal heißt es besonders Acht geben, denn die neue Police wird vermutlich deutlich höher ausfallen. Der Grund dafür sind die gestiegenen Kosten im Schadensfall, und daran sind nicht nur höhere Werkstattkosten Schuld. Auch Ersatzteile und andere Serviceteile sind teurer, vor allem aber unsere Fahrzeuge immer komplexer geworden.

Die Versicherer werden um Verständnis für die Erhöhung, Vergleichsportale fordern unterdessen zur Prüfung der Versicherungspolice auf. Zu Recht: Denn schon wer Mitglied in einem Automobilclub ist kommt in den Genuss günstigerer Versicherungsprämien. Manche, wie etwa ADAC oder AvD, bieten eigene Produkte zu Vorzugspreisen an. Auch wer den Beitrag nicht vierteljährlich, sondern für das ganze Jahr zahlt, kann mehr als zehn Prozent sparen. Wird der Wagen nur vom Besitzer oder maximal einem weiteren Chauffeur gefahren, senkt das ebenfalls Kosten, genau wie geringere Jahresfahrleistungen. Letztlich kann bei der Kaskoversicherung auch ein höherer Betrag der Selbstbeteiligung die Prämien senken.

Dennoch bleibt es dabei: Unsere Autos sind immer komplizierter geworden. Das fängt bei der schadstoffmindernden Adblue-Technik an und hört bei den vielfältigen Assistenzsystemen noch lange nicht auf. Gab es früher beispielsweise einen Glasschaden an der Frontscheibe, war das keine große Sache. Termin abstimmen, ab in die Werkstatt und nach kaum einem Tag Aufenthalt dort war das neue Glas schon eingebaut. Heute ist das nicht mehr so einfach, denn hinter der Scheibe sind jede Mengen Sensoren oder Kameras aktiv, die Verkehrsschilder und andere Verkehrsteilnehmer erkennen sollen, um das Tempo anzumahnen und gegebenenfalls eine Notbremsung auszulösen. Diese Bauteile müssen beim Scheibentausch sorgfältig umgebaut und neu kalibriert werden, damit sie im Ernstfall auch wirklich einwandfrei funktionieren.

Hierfür sind Fachkräfte erforderlich und an denen mangelt es, versucht die Sparkassenversicherung ihre Prämienanhebung zu erklären. Das Statistische Bundesamt hat außerdem festgestellt, dass die Ersatzteilkosten seit 2020 spürbar teurer geworden sind. Scheinwerfer müssen mit 26,1 Prozent Aufschlag gekauft werden, für einen Kühlergrill kostet der Austausch sogar 48,5 Prozent mehr. In diesem Rahmen bewegen sich auch die Mehrkosten für einen neuen vorderen Stoßfänger, 47,6 Prozent. Eine Vordertür verteuerte sich um 40,7 Prozent, eine hintere Tür um 38,4 Punkte.

Ein Vergleich der Versicherungsprämien kann sich also lohnen, wenngleich über die einschlägigen Portale, die gerade jetzt mit vermeintlich günstigeren Angeboten werben, die tatsächliche Qualität des Versicherers nicht zu beurteilen ist. Wie zügig und kulant der einen Kasko- oder Haftplicht-Vorgang abwickelt zeigt sich leider erst im Schadenfall. Kündigen sollte man auf jeden Fall schriftlich, manche Versicherer akzeptieren auch eine E-Mail. Am sichersten ist jedoch der eingeschriebene Brief, wobei es dafür jetzt aber wohl schon zu spät ist. Aber der Stichtag 30. November kehrt ja alle Jahre wieder. (aum)

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