Hyundai Deutschland blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die koreanische Marke gehört zu den drei stärksten Importmarken auf dem deutschen Markt und will in den kommenden Jahren weiter wachsen. Im Gespräch mit dem Auto-Medienportal erklärt Hyundai-Deutschlandchef Ulrich Mechau die Zukunftspläne der Marke
Herr Mechau, wie zufrieden sind Sie mit dem Jahr 2025?
„2025 ist zweifellos ein herausforderndes Jahr – geprägt von politischer Unklarheit und einer schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die besonders die Automobilbranche spürt. Umso erfreulicher ist es, dass wir uns in diesem Umfeld behaupten und das Jahr voraussichtlich als drittstärkste Importmarke mit rund 3,3 Prozent Marktanteil abschließen werden. Damit ist Hyundai der größte asiatische Importeur in Deutschland. Besonders dynamisch entwickeln sich unsere batterieelektrischen Modelle: Wir verzeichnen hier ein Wachstum von rund 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit einem Elektroanteil von etwa 28 Prozent liegen wir deutlich über dem Marktdurchschnitt von 18 Prozent. Einen großen Anteil daran hat der Inster, der sich bereits im ersten Verkaufsjahr zum meistverkauften elektrischen Kleinwagen Deutschlands entwickelt hat.“
Wie wird sich die Modellpalette bei den Elektromobilen entwickeln?
„Bis zum Jahr 2027 wird jede Hyundai-Baureihe elektrifiziert sein. Im kommenden Jahr werden wir unser Angebot durch den neuen Ioniq 3, den wir bereits auf der IAA als Concept Car gezeigt haben, ausweiten. So viel kann ich schon verraten: Die Serienversion wird sich nicht wesentlich von der Studie unterscheiden. Und für die Freunde der besonders dynamischen Elektromobilität wird ebenfalls im nächsten Jahr der Ioniq 6 N bei den Händlern stehen. Zusätzlich wird auch der neue Nexo, unser Wasserstoff-SUV, auf den Markt kommen.“
Welche Rolle spielt für Sie das europäische Entwicklungszentrum in Rüsselsheim?
„Mit der Einweihung des neuen 26.000 Quadratmeter großen Square Campus in unserem Hyundai Motor Europe Technical Center in Rüsselsheim haben wir unsere Kapazitäten in Europa deutlich erweitert. Der Hyundai-Konzern hat rund 150 Millionen Euro in den Standort Deutschland investiert. Damit unterstreichen wir unser langfristiges Engagement in Europa – mit dem Ziel, Fahrzeuge und Technologien zu entwickeln, die exakt auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind.“!
Die Hyundai-Premiummarke Genesis wurde gerade in die Hyundai-Organisation integriert. Warum dieser Schritt?
„Mit der integrierten Organisation von beiden Marken unter einer Verantwortung ist es unser Ziel, Genesis weiterhin als eigenständige Premium-Marke zu präsentieren und gleichzeitig die etablierten Stärken von Hyundai in Deutschland zu nutzen, um Synergien besser zu nutzen und unserer Premium-Marke einen neuen Schub zu geben. Hierbei streben wir auch eine engere Zusammenarbeit mit bestehenden Hyundai-Handelspartnern hinsichtlich der Marke Genesis an. Wir werden also in Zukunft Hyundai-Partner sehen, die auch Genesis-Modelle anbieten werden. Unser Ziel sind mittelfristig 40 bis 50 Partnerbetriebe – entscheidend, um Kundennähe und flächendeckende Erreichbarkeit sicherzustellen. Ebenso bieten wir im Groß- und Gewerbekunden-Geschäft jetzt beide Marken gemeinsam an und werden das noch intensivieren. Hier sehen wir bereits großes Interesse, da die Genesis-Modelle Segmente abdecken, die es bei Hyundai so bisher nicht gibt.“
Wie sehen Sie die Entwicklung von Hyundai Deutschland in den kommenden Jahren?
„Wir wollen weiter wachsen und unsere Position als stärkster asiatischer Importeur festigen. Mit dem Start des Ioniq 3 verfügen wir über das breiteste BEV-Portfolio in Deutschland – vom Kleinwagen Inster bis zum großen SUV Ioniq 9 sind wir in allen relevanten Segmenten vertreten. Unser Ziel ist es, bis zum Ende der Dekade einen Marktanteil von vier bis fünf Prozent zu erreichen. Das ist ambitioniert, aber realistisch – wir haben eine klare Strategie und ein starkes Team, um dieses Ziel zu verwirklichen.“ (aum)
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