Skoda surft auf der Erfolgswelle: Mit 108.996 Neuzulassungen im ersten Halbjahr erreicht die tschechische VW-Tochter einen neuen Rekord und steigert ihren Marktanteil auf 7,8 Prozent – so hoch wie nie zuvor. Damit behauptet sich Skoda als viertstärkste Automarke in Deutschland. Besonders im Bereich der reinen Elektroautos wächst die Marke deutlich: Von Januar bis Juni wurden 22.370 BEV von Skoda neu zugelassen, dies entspricht einem Anstieg von über 132 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Segment der batterieelektrischen Fahrzeuge erreicht Skoda einen Marktanteil von neun Prozent und steht damit hinter Volkswagen und Tesla auf Platz drei. Zu diesem Erfolg trägt neben dem 2020 eingeführten Eynaq auch der neue Elroq bei.
Während die Grundversionen des Enyaq bereits Anfang des Jahres eine Modellpflege erhalten haben, sind nun die sportlichen RS-Modelle Enyaq RS und Enyaq Coupé RS an der Reihe für ein Facelift. Die überarbeitete Frontpartie mit schlankem Kühlergrill und übereinander angeordneten Scheinwerfereinheiten übernimmt nun das Markengesicht ganz im Stil des kleineren Elroq. Das von Skoda auf den Namen „Tech-Deck-Face“ getaufte Design steht dem Enyaq RS ausgesprochen gut, er wirkt dynamischer. Am Heck von SUV und Coupé bleibt dagegen alles wie gehabt.
Darüber hinaus unterstützt der RS nun das Schnellladen mit bis zu 185 kW – das sind zehn mehr als bisher. An einer DC-Schnellladestation lädt die 84 kWh (79 kWh netto) große Hochvoltbatterie in 26 Minuten von zehn auf 80 Prozent. Beim AC-Laden mit elf Kilowatt benötigen die Akkus hingegen achteinhalb Stunden um von null auf 100 Prozent gepuscht zu werden. Als neues Feature kommt außerdem das bidirektionale Laden hinzu. Dadurch lässt sich die Batterie als Energiespeicher nutzen.
Die elektrische Reichweite für den Enyaq RS geben die Tschechen mit bis zu 556 Kilometern im WLTP-Zyklus an. Das etwas strömungsgünstigere Enyaq Coupé RS kommt maximal bis zu 563 Kilometer weit. Eine Wärmepumpe gehört bei beiden Modellen zur serienmäßigen Ausstattung.
Der Antrieb der beiden sportlichsten Modelle von Skoda bleibt unverändert. Die beiden Elektromotoren in Verbindung mit dem daraus resultierenden Allradantrieb liefern weiterhin eine Systemleistung von 250 kW (350 PS). Dieses Setup ermöglicht eine beeindruckende Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 5,4 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 180 km/h elektronisch abgeriegelt.
Dennoch ist der Enyaq RS kein brachialer Krawallbruder unter den Stromern. Beim beherzten Tritt auf das Fahrpedal zieht er gleichmäßig und kraftvoll los. Er ist vielmehr ein ausgewogener Alltagssportler. Gleiches trifft auf das optional erhältliche adaptive Fahrwerk (DCC) zu. Es vermittelt einen straffen Eindruck, ist aber nicht übertrieben hart und bietet daher einen angenehmen Komfort. Zudem lässt die Elektronik über konfigurierbare Fahrprogramme noch Spielraum für eine Individualisierung der Fahrwerksabstimmung.
Die einzigen Kritikpunkte betreffen die Lenkung, die um die Mittellage exakter ansprechen könnte, sowie das Bremspedal, das beim Verzögern einen klar definierten Druckpunkt haben sollte, um eine bessere Dosierung zu ermöglichen. Auch in diesen Punkten ist der Enyaq RS aber eher ein Allrounder als ein kompromissloser E-Sportler.
Das Beste kommt jedoch zum Schluss: Entgegen der üblichen Preisentwicklung nach einem Facelift sind die beiden RS-Einstiegsversionen trotz zahlreicher Verbesserungen im Schnitt um rund 1300 Euro günstiger als noch vor der Modellüberarbeitung. So startet der Enyaq RS bei 58.600 Euro und das RS-Coupé bei 60.850 Euro. (aum)
Daten Skoda Enyaq RS
Länge x Breite x Höhe (m): 4,66 x 1,88 x 1,62
Radstand (m): 2,77
Antrieb: 2 E-Motoren, AWD
Leistung: 250 kW / 340 PS
Max. Drehmoment: 545 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 5,4 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 16,0 kWh
Batteriekapazität: 84 kWh (79 kWh netto)
WLTP-Reichweite: 556 km
Leergewicht / Zuladung: min. 2.236 kg / max. 514 kg
Kofferraumvolumen: 585–1710 Liter
Max. Anhängelast: 1200 kg
Basispreis: 58.600 Euro
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