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Öffentlicher Verkauf von HVO100 und B10 startet

Ab morgen dürfen klimaschonende paraffinische Dieselreinkraftstoffe offiziell verkauft werden. Dazu gehören nachhaltiger Diesel wie HVO100, der aus biogenen Rest- und Abfallstoffen gewonnen wird, sowie grünstrombasierter synthetischer e-Diesel. Aber auch Diesel B10 mit bis zu zehn Prozent Biodieselanteil kommt in den Handel, der ebenfalls zu großen Teilen aus Abfall- und Reststoffen besteht. Bislang sind es maximal sieben Prozent (B7).

In Europa ist HVO100 bereits an rund 3000 Tankstellen erhältlich. Uniti, der Bundesverband Energie Mittelstand, begrüßt den Verkaufsstart und betont die damit verbundenen Chancen für mehr Klimaschutz: „Die neuen Kraftstoffe ermöglichen es, die CO2-Emissionen von Fahrzeugen mit Dieselantrieb drastisch zu reduzieren. Deutschland ist in Europa ein Nachzügler, in anderen EU-Staaten ist HVO100 bereits Teil des normalen Kraftstoffangebots“, so Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn. Die Treibhausgasemissionen werden bei der Verwendung von HVO100 über den Lebenszyklus des Kraftstoffs um bis zu 90 Prozent abgesenkt. Mehrere hundert Tankstellen von Uniti-Mitgliedsunternehmen bieten HVO100-Diesel deutschlandweit ab morgen an.

Gleichzeitig ist die Zulassung synthetischer Dieselreinkraftstoffe nach DIN EN 15940 für den freien Verkauf ein positives Signal für Investoren und Hersteller von grünstrombasiertem e-Diesel, der perspektivisch ebenfalls wichtige Beiträge bei der CO2-Emissionsminderung im Straßenverkehr leisten kann, so Kühn weiter.

Verbraucher können die neuen Kraftstoffe an der Zapfsäule unter dem Kürzel XTL erkennen. Die drei Buchstabenstaben stehen für einen Rohstoff „X“ der in einen flüssigen Energieträger („L“ wie Liquid) umgewandelt (to) wird. XTL und B10 sind mit herkömmlichem Diesel problemlos mischbar, betont der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. Autofahrer können von den beiden neuen Kraftstoffsorten Gebrauch machen, wenn das Fahrzeug vom Hersteller dafür freigegeben ist. Dies erkennen sie an einem Aufkleber im Tankdeckel oder in den Informationen in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs. Werden die neuen Kraftstoffe an einer Tankstelle angeboten, sind sie durch „B10“- oder „XTL“-Aufkleber an der Tanksäule und entsprechende Plaketten an der Zapfpistole ausgewiesen.

Für ältere Modelle sind Freigabelisten unter anderem beim ADAC abrufbar. Falls für ein Fahrzeug keine Freigabe vorliegt, heißt das im Umkehrschluss laut Uniti nicht zwingend, dass es die neuen Kraftstoffe nicht verträgt. Hersteller scheuten schlicht oft aus Kostengründen nachträgliche Freigabetests für Fahrzeugmodelle, die nicht mehr als Neuwagen vertrieben werden. „Um die Akzeptanz der neuen Kraftstoffe bei den Kunden weiter zu erhöhen, sind die Fahrzeughersteller gefordert, verbliebene Lücken in den Freigabelisten zügig zu schließen“, wünscht sich der Uniti-Hauptgeschäftsführer.

Um einen zusätzlichen Anreiz für Endverbraucher und Gewerbekunden zu schaffen, zu den neuen klimaschonenden XTL-Kraftstoffen zu greifen, sollte aus Sicht des Verbandes die Energiesteuer auf Kraftstoffe zukünftig rein CO2-basiert ausgestaltet werden. So sei HVO100-Diesel zwar von der CO2-Abgabe befreit, allerdings greife derselbe Energiesteuersatz wie für fossilen Diesel. Mit einer Anpassung der Energiesteuer würden nicht nur mögliche Nachteile in der Preisbildung von XTL-Kraftstoffen ausgeglichen, die in der Herstellung etwas teurer sind als herkömmlicher Diesel, sondern ein solcher Schritt wäre vor allem auch klimapolitisch sinnvoll, heißt es hierzu. (aum)

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Volvo-Dieselmotor D4 (Archiv).

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