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China und Indien wachsen – der Rest nicht

Während die Automobilmärkte in Europa, Japan und den USA im vergangenen Jahr geschrumpft sind, legte der Absatz in China und Indien gegenüber 2021 deutlich zu. Insbesondere der Mangel an Vorprodukten und Rohstoffen, die deutlich gestiegenen Preise für Energie und Logistik sowie die durch den russischen Angriffskrieg ausgelöste Unsicherheit verhinderten ein besseres Ergebnis auf den internationalen Automobilmärkten.

Insgesamt blieb der globale Pkw-Absatz mit 71,2 Millionen Einheiten auf Vorjahresniveau. Für dieses Jahr geht der Verband der Automobilindustrie von einem Wachstum von vier Prozent auf gut 74 Millionen Fahrzeuge aus. So legte zum Beispiel der europäische Gesamtmarkt im Dezember um 15 Prozent auf 1,1 Millionen Neuzulassungen zu. Die Rückgänge in den Vormonaten konnten dadurch aber nicht mehr aufgefangen werden.

In Europa wurden im zurückliegenden Jahr rund 11,3 Millionen Pkw neu zugelassen. Das sind vier Prozent weniger als 2021 und über ein Viertel weniger (29 Prozent) als im Vor-Corona-Jahr 2019 der deutsche Markt um ein Prozent zulegte, ging die Nachfrage nach Neufahrzeugen in Großbritannien (minus zwei 2 Prozent), Spanien (-5 %) und in Frankreich (-8 %) zurück. In Italien reduzierte sich das Neuzulassungsvolumen um zehn Prozent.
In China stieg der Pkw-Absatz um zehn Prozent auf 23,2 Millionen Autos. Die Rückgänge im Frühling, als Lockdowns in wichtigen Absatzregionen für ein stark eingeschränktes Geschäft sorgten, wurden auch dank einer Steuerreduktion auf einen Großteil der verkauften Fahrzeuge im zweiten Halbjahr wieder wettgemacht. Zum Jahresende im Dezember wurden im Land dann 2,2 Millionen Neufahrzeuge abgesetzt, sechs Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

In den USA gingen die Light-Vehicle-Verkäufe (Pkw, Vans und Pick-ups) im vergangenen Jahr um acht Prozent auf 13,7 Millionen Fahrzeuge zurück. Das sind über drei Millionen Einheiten weniger als 2019 und vor der Pandemie. Im Dezember zog die Nachfrage wieder leicht um fünf Prozent auf 1,3 Millionen Light Vehicles zu.

In Japan lagen die Auslieferungen mit 3,4 Millionen Autos (-6 %) zum vierten Mal in Folge unter dem jeweiligen Vorjahresniveau.

In Russland sind die Light-Vehicle-Verkäufe 2022 um 59 Prozent auf knapp 687.400 Einheiten eingebrochen. Aufgrund des Krieges gegen die Ukraine hatten sich ab März 2022 zahlreiche internationale Automobilhersteller aus dem Land zurückgezogen. Und auch der heimische Marktführer Lada setzte mit knapp 190.000 Fahrzeugen über 160.000 Autos weniger ab als vor dem Angriff auf das Nachbarland.

Auf dem indischen Pkw-Markt wurden 2022 fast 3,8 Millionen Pkw abgesetzt. Das ist fast ein Viertel mehr als im Vorjahr (+23 %) Dezember 235.300 fabrikneue Fahrzeuge verkauft, 7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
Der brasilianische Markt beschloss das Jahr mit zwei Millionen Light Vehicles knapp unter dem bereits schwachen Vorjahresniveau. (aum)

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