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Verkehrssektor könnte mehr erreichen für den Klimaschutz

Noch Luft nach oben bei den verschärften Klimaschutzzielen reklamiert Ralf Diemer, der Geschäftsführer der „eFuel Alliance“, eines Zusammenschlusses vom 130 Unternehmen längs der Wertschöpfungskette von e-Fuels. Dass Deutschland bei der Treibhausgasminderungs-Quote (THG-Quote) mit 25 Prozent besser als die von der EU-Richtline geforderten 14 Prozent liege, nennt Diemer ein positives Signal. Doch mit einer höheren Quote hätte Deutschland „schon im kommenden Jahrzehnt substanziell zum Klimaschutz beitragen können“.

Um die Klimaschutzziele erreichen zu können, muss auch die Nutzung klimaneutraler Kraftstoffe vorangetrieben werden. Dafür reklamiert Diemer Investitionssicherheit. Für einen Markthochlauf und den Ausbau der Produktionskapazitäten von e-Fuels brauche es einen verbindlichen Rechtsrahmen, sagt der „eFuel Alliance“-Geschäftsführer. „Eine Mindestquote für Wasserstoff und e-Fuels in allen Verkehrssektoren wäre ein geeignetes Instrument, um einen Markthochlauf dieser entscheidenden Technologie anzureizen.“ Anlageninvestitionen in Wasserstoff oder e-Fuels müssen sich über einen Horizont von 15 bis 30 Jahren rechnen können. Diemer: „Es ist bedauerlich, dass sich weder die Bundesregierung, noch die Regierungsfraktionen im Deutschen Bundestag zu einer solchen Maßnahme durchringen konnten.“

Eine strategische Weiterentwicklung der THG-Minderungsquote über 2030 hinaus sei zwingend erforderlich. Die europäische Wasserstoffstrategie spricht von 80 GW installierter Leistung bis 2030. Dass Deutschland als wichtigstes europäisches Industrieland nur 6,5 GW durch die THG-Quote anreizt, nennt Diemer „sehr enttäuschend“. Hier wäre deutlich mehr möglich für eine deutsche Wasserstoffwirtschaft.

Die Möglichkeit bestimmte Technologien mehrfach auf die THG-Quote anrechnen zu lassen, sieht die Allianz als Verzerrung der Wettbewerbsfähigkeit. Ladestrom für Elektroautos wird z.B. dreifach angerechnet und erhält zusätzlich einen Effizienzfaktor von 0,4. Das gilt auch, wenn das Elektroauto mit Kohlestrom geladen wird. Demgegenüber soll zur Produktion von Wasserstoff nur zusätzlicher erneuerbarer Strom genutzt werden dürfen, der nachweislich zeitgleich und in geographischer Nähe generiert werden muss. Diemer: „Es ist unverständlich, warum die Politik in Deutschland Technologien so unterschiedlich behandelt, da die Bedeutung der Effizienz durch Importe von e-Fuels nachweislich widerlegt ist.

Für die Produktion von Wasserstoff und e-Fuels sind große Mengen regenerative Energien notwendig. Einige politische Akteure argumentieren, dass mit dem Ausbau der Wasserstoffindustrie ein Konkurrenzkampf um den kostbaren nationalen, erneuerbaren Strom beginnt. Das weisen die Experten der eFuel Alliance deutlich zurück. Wasserstoff und e-Fuels werden vor allem dort produziert, wo erneuerbare Energie günstig und in großen Mengen verfügbar ist. In Südamerika, Nordafrika oder Australien erzeugen Erneuerbare-Energien-Anlagen die drei- bis vierfache Energiemenge im Vergleich zu einer Anlage in Deutschland. Dadurch können Wirkungsgradverluste kompensiert und zusätzliche Potentiale Erneuerbarer Energie gewonnen werden.

Diemer hält die Verteilungsdiskussion für unnötig. Sie werde nur von denjenigen geführt, die diese Lösung verhindern wollen. „Jeder Sektor, der die hohen Kosten des Klimaschutzes am Anfang zahlen kann, sollte in einer ökologischen Marktwirtschaft willkommen sein“, fordert Diemer. (ampnet/Sm)

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Ralf Diemer.

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Foto: Auto-Medienportal.Net/eFuel Alliance

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