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Kommentar: Grund zur Hoffnung

Hugh, wir haben gesprochen. Nicht nur die Hopi-Indianer mahnen zur Vernunft beim Ressourcenabbau. Rund 60 Referenten und gut 500 Teilnehmer haben sich in der vergangenen Woche zum Fachkongress für erneuerbare Mobilität „Kraftstoffe der Zukunft 2021“ im Internet getroffen. Nicht zum ersten Mal. Es war die 18. Veranstaltung dieser Art und der Konsens lautete wie immer: Es gibt Alternativen zum fossilen Brennstoff.

Dass die Sache mit dem CO2 keinen guten Ausgang nehmen wird, wenn wir so weitermachen wie bisher, ist dabei allen klar. Und die Forscher verlieren sich nicht im Nebulösen, sondern werden sehr konkret. Bio-Fuel, insbesondere Bio-Methan und Wasserstoff werden als die Energieträger der Zukunft gesehen, wenn sie CO2-neutral erzeugt werden.

Energie ist notwendig, um sie herzustellen. Viel Energie. Und da Deutschland nicht, wie manch ein Alpenstaat oder Skandinavien, auf Wasserkraft zurückgreifen kann, bieten sich bei uns dafür nur Sonnen- und Windkraft an. Ganze Solarparks säumen mittlerweile die Autobahnen und in der Nordsee ragen immer mehr Spargel mit dreizackiger Blüte aus den Wellen. Der Aufbau der Anlagen ist ein hartes Geschäft und nicht nur unsere lieben Meeressäuger ächzen unter dem infernalischen Lärm, wenn die Fundamente der Windmühlen in den Meeresboden gedroschen werden. Gut möglich, dass manch ein Schweinswal deswegen die Orientierung verliert und sich plötzlich vor Hamburg statt vor Helgoland wiederfindet.

Aber auch hier werden sich Lösungen finden, das ganze weniger geräuschvoll abzuwickeln. Keine Lösung ist unterdessen das Elektroauto. Zwar siegten die Stromer bei der wichtigen Wahl zum German Car of the Year dreimal in Folge, obwohl die Jury mit Kerlen besetzt ist, die gerne das Gaspedal durchdrücken und beim Klang eines V8 Freudentränen kaum unterdrücken können. Aber bei einer Umfrage des angesehenen Vereins Deutscher Ingenieure stellten dessen Mitglieder das batterieelektrische Automobil unter Umweltaspekten auf die gleiche Stufe wie ein Karre mit Verbrennungsmotor. Vor allem der Akku verzehrt bei seiner Herstellung Ressourcen und Energie, genauso wie bei seinem Recycling. Die Energiebilanz fällt daher mäßig aus, je nach Größe der Batterie muss ein Stromer bis zu 170.000 Kilometer Strecke schaffen, bevor er den Wagen mit Verbrenner ökologisch einholt. Aber dann ist der Akku eh im Eimer.

Ein weiteres Beispiel für unser Umhereiern finde ich direkt vor der Haustür. Zwei gute Bekannte, durchaus autoaffine Menschen, die auf den Hügeln des Vortaunus leben, leisten Widerstand. Gegen die Pläne zu Errichtung mehrerer Windräder in Sichtweite ihrer Anwesen. Der Notwendigkeit der Anlagen sind sie sich bewusst, aber es sehe halt nicht schön aus. Ob ihnen der Bau eines Kernkraftwerks weniger missfallen würde?

Was fehlt, ist ein Masterplan für nachhaltige Mobilität. Keine Milliarden als Kaufanreiz für E-Autos, sondern Investitionen in die von nahezu allen Wissenschaftlern geforderte Energiewende. Wir ersticken bald unter unseren Müllbergen, tonnenweise strudelt Plastik in mehreren Wirbeln auf den Ozeanen. Aber findige Forscher wissen mittlerweile, wie man aus Plastikmüll Wasserstoff machen kann. Wenn das kein Grund zur Hoffnung ist. (ampnet/mk)

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Michael Kirchberger

Michael Kirchberger

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