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Exklusiv: Kommentar: Ein Haar in der Suppe ist schwerer

Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH) behandelt die Luftqualität in Deutschlands Städten etwa so wie Donald Trump noch vor wenigen Wochen das Corona-Virus. Die Devise beider Männer war "Wir haben alles im Griff." Allerdings hat wider Erwarten der amerikanische Präsident in jüngster Zeit dazu gelernt. Resch nicht.

Der allgewaltige DUH-Boss und Kriegsherr gegen die Mobilität mit Dieselautos zog kürzlich in Trump-Manier eine positive Zwischenbilanz seiner Arbeit. Wörtlich: "zur Durchsetzung von sauberer Luft in deutschen Städten". Die Klagen seines Vereins in 40 deutschen Städten zur Durchsetzung der Einhaltung des Grenzwerts für Stickstoffdioxid (NO2) seien bisher alle juristisch erfolgreich verlaufen und hätten die Luftqualität in den betreffenden Städten nachweislich und spürbar verbessert.

Resch bezog sich dabei auf neue Auswertungen der vom Umweltbundesamt herausgegebenen Daten des staatlichen Messnetzes. Die zeigen angeblich, dass in jenen Städten, gegen die sich Gerichte mit Klagen der DUH beschäftigen mussten, der Stickstoffdioxid-Anteil um 4,2 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft abnahm. Wo die DUH die Gerichte in Ruhe ließ, dagegen nur um 2,1 Mikrogramm. Auch im Jahr zuvor war der Rückgang in den Klagestädten mit 1,4 Mikrogramm deutlich größer als in Nicht-Klagestädten, dort betrug er nur 0,4 Mikrogramm.

Um diesen "Erfolg" richtig einzuordnen, ist es notwendig zu wissen, welche Dinge in Mikrogramm gewogen werden. Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. So bringen es zum Beispiel 3,5 Millimeter eines durchschnittlichen Haars eines Menschen schon auf 73 Mikrogramm, ein Sandkorn mit einem Durchmesser eines halben Millimeters wiegt sogar 200 Mikrogramm.

Wegen NO2 mit dem Gewicht eines Zweihundertstel Sandkorns pro Kubikmeter Luft einen volkswirtschaftlichen Schaden - durch schwer verkäufliche neue und gebrauchte Diesel-Pkw - in Milliardengröße anzurichten, ist starker Tobak. 4,2 Mikrogramm NO2-Rückgang gegenüber 2,1 Mikrogramm oder gar 1,4 Mikrogramm gegenüber 0,4 Mikrogramm sind mit einem inzwischen geflügelten Wort, das einst der Chef der Deutschen Bank prägte, als "Peanuts" zu bezeichnen.

Zudem sind solche Unterschiede allein schon physikalisch enorm schwer auszumachen. In Köln heißt es in einem uralten Karnevalslied: "Dreimal Null ist Null, bleibt Null." Daran hat sich bis heute nichts geändert. (ampnet/hrr)

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