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Renault legt eine dramatische Vollbremsung hin

Die Groupe Renault kündigte heute im Rahmen der Vorstellung der Jahreszahlen das erwartet massive Programm zur Kostenreduzierung an. In den kommenden drei Jahren will das Unternehmen seine Fixkosten um mehr als zwei Milliarden Euro reduzieren. Mit dem Projekt will Renault das Unternehmen in Frankreich rund um die strategischen Geschäftsfelder Elektrofahrzeuge, leichte Nutzfahrzeuge, Kreislaufwirtschaft und Innovationen mit hoher Wertschöpfung aufstellen. 4600 Stellen in Frankreich sind fallen bei den Restrukturierungen im Verlauf des Drei-Jahres-Programms weg, außerdem 10.000 Stellen im Ausland.

Die großen, regionalen Exzellenzzentren in Frankreich sollen das Herzstück der Wiedererstarkung bilden. Im Werk Flins und im Technik- und Entwicklungszentrum in Guyancourt sollen die Aktivitäten neu organisiert werden. Die Personalanpassungen sollen mit Umschulungsmaßnahmen, interner Mobilität und freiwilligem Ausscheiden aus dem Unternehmen erreicht werden.

"Die geplanten Veränderungen sind entscheidend, um die Nachhaltigkeit des Unternehmens und seine Entwicklung langfristig zu sichern. Gemeinsam und mit der Unterstützung unserer Allianzpartner werden wir unsere Ziele erreichen und können die Groupe Renault in den kommenden Jahren als wichtigen Akteur in der Automobilindustrie etablieren“, sagte der Renault Verwaltungsratsvorsitzende Jean-Dominique Senard. Clotilde Delbos, Interim-Vorstandsvorsitzende der Groupe Renault, ergänzte: „Indem wir unsere zahlreichen Vorteile wie das Elektrofahrzeug, die Ressourcen und Technologien der Groupe Renault und der Allianz nutzen und die Komplexität der Entwicklung und Produktion unserer Fahrzeuge reduzieren, wollen wir Größenvorteile erzielen und damit unsere Profitabilität verbessern und unsere Entwicklung in Frankreich und international sichern.“

Das Programm in Auszügen:

Senkung der Engineering-Kosten um etwa 800 Millionen Euro durch Straffung der Fahrzeugkonstruktion und -entwicklung sowie Verringerung der Komponentenvielfalt und verstärkte Standardisierung nach dem Leader-Follower-Prinzip der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi.

Ressourcen-Optimierung: Konzentration der Entwicklung strategischer Technologien mit hohem Mehrwert an den Ingenieurstandorten von Ile-de-France; verbesserte Nutzung von F&E-Zentren im Ausland; erhöhter Einsatz von digitalen Tools.

Reduzierung der Produktionskosten um 650 Millionen Euro; Reduzierung der weltweiten Produktionskapazität von vier Millionen Fahrzeugen im Jahr 2019 auf 3,3 Millionen bis 2024. Anpassung der Mitarbeiterzahl in der Produktion.

Die Übertragung des Anteils der Groupe Renault an der Dongfeng Renault Automotive Company Ltd (DRAC) in China an die Dongfeng Motor Corporation und die Einstellung der Aktivitäten mit Verbrennungsmotoren der Marke Renault auf dem chinesischen Markt. (ampnet/Sm)

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Luca De Meo, der Heilsbringer

Stell Dir vor, Du veranstaltest eine Pressekonferenz, um der Welt zu erklären, wie Du in den kommenden zwei Jahren das Unternehmen sanieren willst – und der wichtigste Protagonist ist gar nicht anwesend. Luca De Meo übernimmt in einem Monat die Führung des bereits vor der aktuellen Corona-Krise angeschlagenen Renault-Konzerns. Bis dahin darf der ehemalige Volkswagen-Manager die Zentrale seines neuen Arbeitgebers nach einer Vereinbarung mit seinem ehemaligen Arbeitgeber nicht betreten.

Dennoch war der Mann durchaus präsent, als die Interim-Chefin Clothilde Delbos und der Renault-Präsident Jean Dominique Senard jetzt die Sparpläne vorstellten. Immer wieder verwiesen die beiden bei unangenehmen Fragen auf De Meo, der offensichtlich in Paris als eine Art Heilsbringer angesehen wird. Bleibt am Ende die Frage, warum die Pressekonferenz, die im Übrigen einen durchaus begrenzten Nachrichtenwert besaß, jetzt stattfand. Die wichtigsten Aussagen waren bereits bekannt. Welche Fabriken geschlossen oder neu aufgestellt werden – Luca De Meo wird entscheiden. Welche Modelle eingestellt werden – Luca De Meo wird entscheiden. Auf den Mann wartet viel Arbeit, und er wird liefern müssen – am besten erst einmal konkrete Antworten. (ampnet/Walther Wuttke)

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Luca de Meo.

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Renault.

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Seat-Chef Luca de Meo.

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