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Fiat Ducato: Geboren, um ein Reisemobil zu werden

Die Erfolgswelle der Freizeitfahrzeuge türmt sich immer höher. Der Hersteller- und Zulieferer-Verband CIVD meldet das beste Halbjahresergebnis seiner Geschichte. 46 518 Reisemobile und Caravans wurden in den ersten sechs Monaten 2018 in Deutschland neu zum Verkehr zugelassen, was einem Zuwachs von 10,7 Prozent entspricht. Die Reisemobile haben für sich genommen eine noch kräftigere Steigerung hingelegt, ihre Absatzzahl ist um 14,4 Prozent auf 30 997 Fahrzeuge gestiegen.

Das erfreut nicht nur die Auf- und Ausbauer von Wohnmobilen, auch die Hersteller der Basisfahrzeuge nehmen das Marktpotenzial längst mehr als ernst. Das führt immer häufiger zu maßgeschneiderten technischen Lösungen, mit denen die speziellen Belange der Camper befriedigt werden sollen. So etwa hat Daimler in Kooperation mit Hymer einen Seitenwindassistenten für Reisemobile entwickelt, der die Spurstabilität der naturgemäß mit großen seitlichen Angriffsflächen versehenen Mobile wesentlich verbessert. Auch beim Leichtbau helfen die Hersteller den Freizeitfahrzeug-Anbietern nach Kräften. Denn die magische Grenze von 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht spielt eine zunehmend wichtige Rolle.

Besonders hervorgetan hat sich Fiat. Was nicht verwundert, ist die italienische Marke doch mit dem Bestseller Ducato Basisfahrzeug-Marktführer in Europa. Gebaut wird der Goldesel dort, wo Teutonen gerne Urlaub machen. Im Val di Sangro, eingebettet zwischen den schroffen Hängen der Abruzzen und der malerischen Adria-Küste, etwa auf halbem Weg zwischen der Hafenstadt Pescara und dem Stiefelsporn Gargano, bauen rund 6500 Werker täglich 1200 Transporter jeglicher Couleur. Kasten- oder Pritschenwagen, Fahrgestelle mit Windlauf oder nur Triebköpfe mit Hilfsrahmen rollen ohne Unterlass im Dreischicht-Betrieb von den Bändern in fast alle Länder in Europa. Die wichtigsten Märkte sind Deutschland, England und Frankreich, bei uns kamen im vergangenen Jahr 26 478 Ducatos als rollende Untersätze für ein Reisemobil auf die Straßen.

Fiat hat im Lauf der Jahre bis zur heutigen sechsten Generation eine ganze Reihe von technischen Verbesserungen speziell für Camper umgesetzt. Die verbreiterte Spur der Hinterachse etwa, die dem Fahrverhalten trotz des hohen Aufbaus mehr Stabilität gibt. Oder auch der links neben dem Fahrersitz positionierte Handbremshebel, der beim Durchgang zwischen den Sitzen nach hinten in den Wohnbereich nicht stört. Zur Gesichtsreduzierung hat wesentlich eine neue Blattfeder beigetragen, die bei den Reisemobilausführungen des Ducato nicht aus Stahl, sondern aus Kunststoff gefertigt wird. 14 Kilogramm konnten so eingespart werden. Einen kleinen Beitrag zur Einhaltung des 3,5-Tonnen-Limits leistet auch das integrierte Haubenschloss bei vollintegrierten Fahrzeugen. Es erlaubt den Verzicht auf die schwere Querspange und ermöglicht einen leichteren, komfortableren Zugang zum Motorraum.

Da in einem Reisemobil der Boden nicht punktuell mit schweren Lasten kämpfen muss, hat Fiat einen eigenen Rahmen für das Heck entwickelt, der nur halb so hoch ist und fast ein Viertel weniger wiegt als der bei den Nutzfahrzeug-Ducatos. Das Seil der Handbremse wird hier nicht wie üblich zentral gespannt nach hinten geführt, sondern im Rahmen verlegt. So können Aufbauer Abwassertanks und deren Versorgungsleitungen optimal platzieren. Dazu gibt es eigene Radstände, die beiden Versionen mit 3,8 und 4,3 Metern wurden hauptsächlich für die Reisemobil-Branche entwickelt.

Für den Komfort der Nutzer hingegen sorgt eine Sitzheizung für die – ebenfalls von Fiat entwickelten – Captains Chair-Sitze, die mit Drehkonsolen kombinierbar ist. Die Komfortsessel bleiben dabei nicht dem Fahrer vorbehalten, auch der Co-Pilot bekommt einen Sessel mit höhenverstellbaren Armlehnen und integrierter Kopfstütze. Für eine verbesserte Optik im Innenraum, die jenseits der tristen Trucker-Welt angesiedelt ist, bietet Fiat eine Mittelkonsole in bronzener oder silberner Tönung an, Lederlenkrad und Tempomat steigern das Wohlbefinden an Bord außerdem, und mit in Wagenfarbe lackierten Stoßfängern wird der Ducato als ausgebauter Kastenwagen in Verbindung mit 16-Zoll-Leichtmetallrädern zum schicken Reise-Van.

Die siebte Generation des Erfolgsmodells von Fiat wird vermutlich Ende des kommenden Jahres antreten. Ganz sicher wird der italienische Transporter wieder deutlich günstiger als die deutschen Wettbewerber sein, ganz sicher wird auch er mit neuen, innovativen Lösungen seinen ersten Platz im Reisemobil-Segment verteidigen können. Ein wichtiges Jubiläum wird jedoch bereits deutlich früher im Val di Sangra gefeiert werden. Im Herbst rollt dort nach 37 Jahren Produktionszeit der Baureihe der sechsmillionste Ducato vom Band. Wahrscheinlich wird aus ihm ein Reisemobil werden. (ampnet/mk)

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Montage des Fiat Ducato.

Montage des Fiat Ducato.

Foto: Auto-Medienportal.Net/Michael Kirchberger

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Montage des Fiat Ducato: Armaturentafel.

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Foto: Auto-Medienportal.Net/Michael Kirchberger

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Montage des Fiat Ducato.

Montage des Fiat Ducato.

Foto: Auto-Medienportal.Net/Michael Kirchberger

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Montage des Fiat Ducato: Quertraverse.

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Foto: Auto-Medienportal.Net/Michael Kirchberger

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Fiat Ducato als Reisemobil.

Fiat Ducato als Reisemobil.

Foto: Auto-Medienportal.Net/Michael Kirchberger

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