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Mehr alternative Tankstellen und ein einheitlicher Ladestecker für Europa

Was zwischen Lissabon und Lettland noch längst nicht gang und gäbe ist, nämlich einheitliche Stecker für Elektrogeräte aller Art, soll in absehbarer Zeit für die Besitzer von Elektroautos zur selbstverständlich werden: Dann können sie die Batterie ihrer Fahrzeuge in allen Mitgliedsländern der Europäischen Gemeinschaft von Portugal bis Polen mit dem gleichen Verbindungsstecker laden. Einer entsprechenden Regelung, der das Europäische Parlament in Straßburg auf Vorschlag der EU-Kommission in Brüssel bereits im April 2014 zugestimmt hatte, wurde heute vom Ministerrat der EU, der die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten repräsentiert, verabschiedet.

Darüber hinaus legte der Rat fest, dass sämtliche EU-Mitgliedsländer die Anzahl ihrer Tankstellen für Flüssigerdgas (LNG), für komprimiertes Erdgas (CNG) sowie für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge erheblich ausweiten müssen. Zudem sollen europaweit gleiche Standards für Füllventile und Art und Weise der Betankung gelten. Die Mitgliedstaaten müssen bis Ende 2016 ihre Ziele zur Umsetzung der Richtlinie definieren und veröffentlichen und eine nationale Strategie vorlegen. Die Zeitvorgaben, bis wann die Tankstellennetze ausgebaut sein müssen, variieren zwischen 2020 und 2030 je nach Kraftstoff, Fahrzeugart und Einsatzgebiet.

„Mit den neuen Vorschriften schafft die EU die lang erwartete Rechtssicherheit für Unternehmensinvestitionen und auch die Möglichkeit, Größenvorteile zu erzielen. Beim Aufbau der Infrastruktur hatten die EU-Mitgliedstaaten Flexibilität gefordert. Nun ist es an ihnen, die geeigneten nationalen Strategierahmen zu entwickeln“, sagte der scheidende EU-Verkehrskommissar Siim Kallas. Alternative Kraftstoffe seien ein entscheidender Faktor, wenn es um die Verbesserung der Energieversorgungssicherheit, die Minderung der Umweltfolgen des Verkehrs und die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der EU gehe. Bislang stünden dem Erfolg von Automobilen, die mit alternativen Kraftstoffen angetrieben werden, in erster Linie drei Hindernisse im Weg: der höhere Anschaffungspreis für diese Fahrzeuge, damit verbunden eine geringere Akzeptanz bei der Kundschaft sowie ein zu wenig flächendeckendes Netz von entsprechenden Tankstellen. „Diesen Teufelskreis“, meint Kallas, „müssen wir durchbrechen.“

2020 soll auf zehn Elektrofahrzeuge in Städten und deren Umland eine Ladestation fallen, Flüssiggastankstellen soll es bis 2025 europaweit mindestens alle 400 Kilometer geben, Erdgastankstellen zum gleichen Zeitraum alle 150 Kilometer und Wasserstoffzapfsäulen „in ausreichender Anzahl“. Außerdem soll bis dahin ein Weg gefunden werden, die Preise für herkömmliche und alternative Kraftstoffe auf Anhieb zu vergleichen. (ampnet/hrr)


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EU-Verkehrskommissar Siim Kallas.

EU-Verkehrskommissar Siim Kallas.

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Strom tanken.

Strom tanken.

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Erdgas tanken.

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Mercedes-Benz B-Klasse F-Cell an der Wasserstofftankstelle am Stuttgarter Flughafen.

Mercedes-Benz B-Klasse F-Cell an der Wasserstofftankstelle am Stuttgarter Flughafen.

Foto: Auto-Medienportal.Net/Daimler

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