Logo Auto-Medienportal.Net

Wissmann: Elektro-Mobiltät für Flotten vorteilhaft

Der Markthochlauf für die Elektromobilität könne in Deutschland beginnen, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), zum Auftakt der dreitägigen VDA-Veranstaltung E-Fleet in Berlin, bei der sich Fuhrparkmanager und Flottenverantwortliche über den Einsatz von E-Fahrzeugen in Flotten informieren. „In keinem anderen Land der Welt wird eine derartige elektromobile Modellvielfalt geboten“, sagte Wissmann. Bis Ende dieses Jahres werden insgesamt 16 Serienmodelle mit Elektroantrieb von deutschen Herstellern auf dem Markt sein.

Wie gut Deutschland aufgestellt ist, zeigt auch der neue Electric-Vehicle-Index (EVI) von McKinsey. Der Index bildet die Entwicklung eines Marktes sowohl auf der Nachfrageseite als auch auf der Angebotsseite ab. Wissmann zum EVI: „Deutschland liegt inzwischen nur noch knapp hinter den USA auf Platz 2, vor Japan und Frankreich. In der Rangliste der Länder mit dem am weitesten entwickelten Angebot belegt Deutschland sogar klar die internationale Spitzenposition. Das zeigt deutlich, dass unsere Arbeit in der Nationalen Plattform Elektromobilität bereits Früchte trägt.“

Bei dem Rennen um die weltweite Leit-Anbieterschaft habe es die deutsche Automobilindustrie auf die Pole Position geschafft. Mit Sieben-Meilen-Stiefeln – so Wissmann – habe die Industrie in den vergangenen Jahren eine wesentlich größere Strecke zurückgelegt, als ihr manche Kritiker zugetraut hatten. „Deshalb stehen wir heute an einer neuen Wegmarke: Die Elektromobilität ist markttauglich, der Markthochlauf kann beginnen.“

Wissmann wies auf die wichtige Rolle gewerblicher Nutzer beim Markthochlauf hin: „Wir sind davon überzeugt, dass die Elektromobilität gerade im Flotteneinsatz viel Sinn ergibt. Denn in einer Flotte aus Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und Elektrofahrzeugen lassen sich die Vorteile eines jeweiligen Antriebskonzepts ideal nutzen.“ Trotz der enormen Fortschritte bestünden teilweise noch Vorbehalte, die Autofahrer bei der Entscheidung für Elektroautos zögern ließen. „Gerade Fuhrparkmanager wissen jedoch, dass der Anschaffungspreis nur ein Mosaikstein in der Kette der Gesamtkosten ist. Über die gesamte Nutzungsdauer können Elektrofahrzeuge im Vergleich zu konventionellen Pkw durchaus günstiger sein.“

Wenn Elektrofahrzeuge viel unterwegs sind, können sich die höheren Anschaffungsausgaben über die günstigen Verbrauchs- und Wartungskosten amortisieren. Werden Elektrofahrzeuge optimal in den Fuhrpark integriert, können sie bereits heute wirtschaftlich vorteilhaft sein. Auch bei der Frage nach der Ladeinfrastruktur sind gewerbliche Flotten oftmals im Vorteil, weil sie die benötigte Ladeinfrastruktur zentral auf ihrem Firmengelände vergleichsweise günstig installieren können und nächtliche Standzeiten der Fahrzeuge ideal zum Laden nutzen können.

Wissmann sucht nun einen Weg, gemeinsam mit der Politik den notwendigen Rahmen für den Markthochlauf schaffen zu können. „Es ist richtig und wichtig, dass Bund, Länder und Kommunen bei der Erneuerung ihres Fuhrparks ein Zeichen setzen.“ Schließlich beweise die Automobilindustrie ihrerseits mit milliardenschweren Investitionen ihre Entschlossenheit, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Wissmann begrüßte die Absicht des Bundesministers für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt, ein Elektromobilitäts-Gesetz auf den Weg zu bringen. „Mit vielen klugen Maßnahmen lässt sich die Elektromobilität sichtbar machen, dazu zählen Sonderparkrechte oder auch die Nutzung von Busspuren. Ein weiteres effektives Mittel, um die Elektromobilität für einen großen Kreis von Unternehmen wirtschaftlich zu machen, ist eine Sonderabschreibung, wie auch bereits von der Nationalen Plattform Elektromobilität vorgeschlagen. Dieses Instrument hat sich in der Vergangenheit für verschiedene Zwecke sehr bewährt“, so Wissmann weiter. (ampnet/Sm)

Weiterführende Links: VDA-Presseseite

Mehr zum Thema: , , ,

Teile diesen Artikel:

Bilder zum Artikel
Matthias Wissmann.

Matthias Wissmann.

Foto: Auto-Medienportal.Net/Manfred Zimmermann

Download: